Rezension | Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

adressat_unbekanntDieses Büchlein erschien bereits 1938 in einer New Yorker Zeitschrift und wurde nun beim Atlantik-Verlag (Hoffmann und Campe) neu aufgelegt. Der Briefroman beinhaltet die Korrespondenz zwischen dem Juden Max Eisenberg und seinem deutschen (Geschäfts)Freund Martin Schulse, der von den USA zurück nach Deutschland geht. Die beiden Herren führten in San Francisco gemeinsam eine Kunstgalerie und bleiben seit Schulses Umzug 1932 in Kontakt. Der geschichtliche Kontext ist klarerweise der beginnende zweite Weltkrieg, doch auch bei der heutigen Lektüre scheint das Werk aktueller denn je zu sein. Selten habe ich ein Buch so schnell verschlungen und war erschüttert, traurig und doch erfüllt von einer Art von Gerechtigkeit, die in kriegsähnlichen Zuständen nie gerecht sein kann.

Ein ausgeklügelter Briefroman mit einer unvorhersehbaren Wendung und einem genialen Schluss. Mehr möchte ich auch gar nicht dazu schreiben, denn man muss ‚Adressat unbekannt‘ selbst gelesen haben.

Buchinfos
Autorin: Kathrine Kressmann Taylor
Titel: Adressat unbekannt
Verlag: Atlantik Verlag (Hoffmann und Campe)
erschienen: 12.10.2015 (abgebildete Version)
ISBN: 978-3-455-65082-2
Seitenanzahl: 96 Seiten
Genre: Briefroman
direkt zur Buchseite: bitte hier klicken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *