Archiv der Kategorie: Rezensionen B

Rezensionen mit Autorennamen B

Rezension | Bakkeid, Heine: … und morgen werde ich dich vermissen | … und morgen werde ich dich vermissen

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Da ich in letzter Zeit ziemlich viele Krimis und Thriller lese und dieser Autor aus dem skandinavischen Raum, der ja bekannt für spannende Werke ist, kommt, musste ich „… und morgen werde ich dich vermissen“ unbedingt lesen. Vom Cover war ich auch gleich hingerissen, da Leuchttürme echt toll sind und die Farbenwahl eine düstere Atmosphäre schafft – genau passend für einen Thriller.

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Rezension | Boyne, John: Der Junge auf dem Berg

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Den Roman „Der Junge auf dem Berg“ habe ich verschlungen und bin dank meiner Mama auf dieses Buch aufmerksam geworden. Sie hat den Vorgängerroman, „Der Junge im gestreiften Pyjama“ als Verfilmung gesehen und fand ihn so schockierend, dass sie den Titel eines Nachmittages einfach zusammenhanglos gesagt hat. Das machte mich extrem neugierig und so kam es dazu, dass ich den neuen Roman von John Boyne gelesen habe.

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Rezension | Börjlind, Cilla und Rolf: Schlaflied

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Mit „Schlaflied“ dachte ich, einen Kriminalroman der Extraklasse in der Hand zu halten, denn irgendwie erwartete ich mir von zwei Autoren, die einen schwedischen Namen tragen, Hochspannung. Über große Strecken des Buches gelang es auch, mich bei Laune und vor allem bei der Stange zu halten, sodass ich es kaum wagte, das Buch aus den Händen zu legen und manchmal sogar die Uhrzeit vergaß. Allerdings gab es leider auch diese Momente, an denen gar nichts weiterging und ich mich fragte: Was tun die da bloß in Rumänien? Warum fährt er [Stilton] jetzt alleine dorthin? Wieso müssen so viele neue Namen eingeführt und noch mehr Handlungsorte und -stränge eingebaut werden? Gegen Ende war ich dann aber wieder versöhnt und schwankte zwischen drei und vier Sternen, blieb dann aber bei der niedrigeren Bewertung, da ich teilweise eben nicht gut rein- und weiterkam.

Der Inhalt beschäftigt sich mit einem aktuellen Thema, nämlich der Flüchtlingswelle, die Schweden auch erreicht hat. Neben freiwilligen HelferInnen, die sogar Familien aufs Hausboot holen, gibt es auch Leute, die sich über fremde Menschen, aber auch Schweden mit nicht ganz so „normalen“ Berufen aufregen. Das Ermittlerteam besteht unter anderen aus Mette (Chefin), Lisa, Olivia und Tom, wobei letztere gemeinsam zum Einsatz kommen. Ganz zu Beginn des Buches ist eigentlich die spannendste und zugleich abgebrühteste Szene des Buches zu finden, welche sich erst im Schlusssatz auflöst – also bitte nicht nach hinten blättern. Und meiner Meinung nach passt die Szene weder gut zum Rest des Buches, noch zu dem Akteur, der darin vorkommt und im Endeffekt Selbstjustiz ausübt. Alles in allem würde ich sagen, dass mir der Krimi gut gefallen hat, aber manche Kapitel verstörend waren, da sie sich nicht so gut in die Szenerie eingefügt haben, wie ich mir das erwartet hätte.

Buchinfos

Autoren: Cilla und Rolf Börjlind
Titel: Schlaflied (#4 der Rönning/Stilton-Serie)
Verlag: btb
erschienen: 20.02.2017
ISBN: 978-3-442-75716-9
Seitenanzahl: 576 Seiten
Genre: Krimi | Serie 

Rezension | Bürkl, Anni: Häusermord

haeusermordIch hatte bereits einmal das Vergnügen, einen Krimi von Anni Bürkl zu lesen und zu rezensieren (hier geht’s zur Rezension zu „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“). Jetzt kann ich endlich über einen weiteren berichten, dessen Protagonist Kommissar Nowak ist. Er ermittelt im 2. Wiener Gemeindebezirk rund ums Karmeliterviertel. Kenne mich dort recht gut aus, weil ich selbst ums Eck beim Augarten gewohnt habe.

Die Sprache des Krimis ist, abgesehen von ein paar textlichen Ungereimtheiten, die vermutlich am Lektorat liegen, sehr angenehm. Die Sätze lesen sich leicht und flüssig, die Dialoge sind schlüssig und die Wiener Ausdrucksweise schimmert immer wieder mal durch, vor allem auch bei den Verben, die Anni Bürkl öfter abkürzt, besonders in der Ich-Form (statt ‚ich schaue‘ nur ‚ich schau‘). Das mag ich sehr gerne, denn für mich gehört die sprachliche Varietät zu einem guten Regionalkrimi dazu. Die ganze Geschichte rund um den abgetrennten Arm, der von einer älteren Dame gefunden und Wolf Nowak präsentiert wird, spielt sich innerhalb von drei Wochen und auf 250 Seiten ab. Nowak ist sensibel, gewissenhaft und leidet unter seiner alkoholkranken Mutter. Neben ’seinen‘ Kapiteln bekommt auch Antonia ihren Platz (werden sie und Nowak zusammenfinden? ;-)) und die Italienerin Sabrina mit ihrem unverkennbaren ‚e‘ tritt des öfteren auf.

Geschrieben ist der Roman in der Ich-Perspektive und im Präsens. Die Dialoge vermitteln Nähe und lassen die LeserInnen direkt in das Geschehen eintauchen. Stellenweise verlor das Buch etwas an Tempo und somit auch an Spannung, da zum Beispiel wiederholt wurde, dass ein abgetrennter Arm gefunden wurde, was meines Erachtens auch getrost weggelassen werden könnte.  Nowak ist aber ein Guter, wie Anni Bürkl auch selbst twittert:

Buchinfos

Autorin: Anni Bürkl
Titel: Häusermord
Verlag: Edition Texte und Tee
erschienen: Juni 2016
ASIN: B01FUPN23G
Format: derzeit leider nur Kindle-tauglich, ich hatte ein ePub-Rezensionsexemplar
Genre: Krimi | Regionalkrimi | Reihe
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Rezension | Bielefeld & Hartlieb: Bis zur Neige

bis_zur_neigeDer Untertitel „Ein Fall für Berlin und Wien“ lässt gleich erahnen, worum es sich bei diesem Roman handeln muss. Nämlich um einen Krimi, der in den beiden unterschiedlichen Hauptstädten spielt. Dass es sich dabei um zwei SchriftstellerInnen handelt, dürfte auch logisch erscheinen. Und diese beiden, Claus-Ulrich Bielefeld und Petra Hartlieb haben nicht nur diesen Roman gemeinsam geschrieben. Zuvor erschien „Auf der Strecke“ und danach gab’s noch „Nach dem Applaus“ und „Im großen Stil“. Dabei dürfen Anna Habel, die Wiener Chefinspektorin und Kommissar Thomas Bernhardt (wie skurril und lustig ist das denn?), der in Berlin ansässig ist, zusammen ermitteln. In der mir vorliegenden Ausgabe geht es um den toten Edelwinzer namens Freddy Bachmüller, der im Weinviertel keine 08/15-Weine anbaut, sondern seine Edelweine nur über Direktvertrieb vermarktet. Ein Szenelokalbetreiber in Berlin bezieht übrigens die Wein von Bachmüller und wird selbst ein paar Tage nach dem Tod seines Lieferanten erschossen.

Neben teilweise sehr bissigen, aber auch liebevollen Dialogen lässt sich der Krimi schön in Etappen lesen, denn die Schauplätze und somit auch die Protagonisten wechseln einander ab. Langweilig wird’s eigentlich überhaupt nicht und man darf sich ruhig auf die österreichische und berlinerische Lebensart einlassen, denn davon bekommt man hier genug präsentiert. Eine super Unterhaltung und ein witziges Ermittlerduo. Kann ich getrost weiterempfehlen.

Buchinfos


Autoren: Claus-Ulrich Bielefeld und Petra Hartlieb
Titel: Bis zur Neige
Verlag: diogenes
erschienen: 2014 (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-257-24281-2
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Krimi | Roman
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Rezension | Balen, Noël & Barrot, Vanessa: Ein Soufflé zum Sterben

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Diesen Buchtitel habe ich eigentlich von vornherein falsch im Kopf gehabt, denn ich vollendete den Satz „Ein Soufflé zum …“ mit dem Wort „Verlieben“. Wahrscheinlich, weil Liebe durch den Magen geht. Und tatsächlich handelt es sich bei dem Werk um einen Gourmet-Krimi, hat also was mit Essen zu tun. Und auch mit ‚Sterben‘, denn so wird der Buchtitel dann vollendet.

Verliebt habe ich mich leider nicht in das Buch, welches als kleinformatige Taschenbuchausgabe den Weg in meine Wohnung gefunden hat. Der Titel und das Cover sowie das Genre hätten mir allerdings schon ganz gut gepasst, aber der Inhalt war leider nicht das, was ich mir von einem französischen Kriminalroman erwarte.  Rezension | Balen, Noël & Barrot, Vanessa: Ein Soufflé zum Sterben weiterlesen

Rezension | Burt, Alexandra: Remember Mia

remember_miaIch habe beim großen Bloggerraten mitgemacht und unter anderem diesen Thriller gewonnen. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass man aufgrund der Leseprobe die Geschichte weiterspinnt. Ich darf an dieser Stelle natürlich nicht verraten, ob ich richtig lag oder nicht (hier geht’s zum Artikel mit meiner Geschichte), aber ganz überrascht hat mich das Ende dann leider doch nicht. Das „Leider“ deswegen, da man sehr viel mehr aus der Geschichte herausholen hätte können. Worum es geht? Rezension | Burt, Alexandra: Remember Mia weiterlesen

Rezension | Balàka, Bettina: Die Prinzessin von Arborio

die_prinzessin_von_arborioVielen Dank zuerst mal an vorablesen.de und den Haymon-Verlag für dieses tolle Leseexemplar. Schon alleine die Leseprobe hat mich zum Lachen gebracht und ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte der Elisabetta Zorzi, von allen nur ‚Zorzi‘ genannt, weitergeht. Doch zu Beginn weiß man nur, dass die Zorzi gerne mordet, und zwar ihre Liebhaber. In einer Art und Weise, dass man – vor allem der Kriminalpsychologe Körber – es schwer hat, ihr einen Mord anzuhängen. Denn Elisabetta ist nicht nur hübsch und liebenswürdig, sondern beherrscht die Kunst der Aussage perfekt und verstrickt sich somit nicht in Lügengeschichten, denn ihrer Ansicht nach ist sie sowieso im Recht …

Ein Unfall in den Bergen, der andere auf einer Yacht und schließlich Überanstrengung beim Radfahren – alles Zufall? Oder hat Zorzi doch ihre Finger im Spiel? Der Kriminalpsychologe Arnold Körber verliebt sich noch dazu in die vermeintliche Verbrecherin. Der Titel rührt übrigens von einer italienischen Spezialität, nämlich dem Risotto. Arborio ist eine Reisart und Elisabetta hat den Titel „Prinzessin von Arborio“ deshalb erhalten, weil der Küchenchef (der übrigens auch in die Zorzi verliebt ist) ihres eigenen Restaurants, der Cantinetta Zorzi, jede Woche neue Risotto-Kreationen auf den Tisch der Gäste zaubert.

Der Erzählstil und die Perspektive wechseln bei Balàkas Roman etwas. So wird mal Elisabetta genauer beleuchtet, dann wieder Körber und schließlich ein Blick von außen. Die Zeitebenen verweben sich ineinander, sodass am Anfang nicht ganz klar ist, wo wir uns befinden, doch das wird schnell durchsichtig. Die Sprache ist klar und die Sätze sind eher einfach gestaltet. MIt dem Lesefluss hat man hier keine Probleme und kommt auch sehr schnell voran, vor allem deshalb, weil man doch endlich wissen will, wie es mit Elisabetta Zorzi weitergeht. Das Ende ist so schnell da, wie die Morde (oder Unfälle?) passiert sind und man wünscht sich, dass es noch weitergeht. Aber bekanntlich hat ja alles ein Ende …

Buchinfos
Autorin: Bettina Balàka
Titel: Die Prinzessin von Arborio
Verlag: Haymon
erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-7099-7239-7
Seitenanzahl: 264 Seiten
Genre: Roman | Krimi | Liebesgeschichte
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Rezension | Busquets, Milena: Auch das wird vergehen

auch_das_wird_vergehenDer Klappentext des Buches machte mich sofort neugierig und bei vorablesen.de konnte ich gleich in ein paar Seiten des Romans hineinlesen. Damals sah mein Leseeindruck  so aus:

Blanca ist vierzig und konnte sich ihr ganzes Leben lang nicht vorstellen, 40 oder 50 zu sein. Das kann ich ihr nachempfinden, denn so weit kam ich bisher auch noch nicht. Umso schlimmer ist es für sie, sich ein Leben ohne ihre kürzlich verstorbene Mutter vorzustellen. Sie vermisst sie, weiß nicht, was sie ohne sie tun soll. Und ihr Ex Óskar ist sexbesessen und sieht den Kopulationsakt als Allheilmittel. Blanca hingegen trinkt morgens Bier und raucht dazu Zigaretten.
Das alles wird in der Leseprobe in einer poetisch schönen Darstellung geschildert. Die Worte (auch wenn sie aus dem Spanischen übersetzt wurden) reihen sich wie Öl aneinander und geben dem Lesefluss eine Geschmeidigkeit, die man nur selten in Büchern vorfindet. Das Thema ist melancholisch, traurig und auch etwas abstrakt, dann doch wieder sehr realitätsnah (Tod der Mutter). Vom Cover bin ich leider nicht ganz überzeugt, aber es scheint mir immer noch besser zu sein als das des spanischen Originals.

Von der Art des Schreibens bin ich immer noch überzeugt, allerdings könnte ich jetzt keine volle Punktzahl mehr für diesen Roman vergeben, da sich das Sujet nicht mehr ändert. Alles bleibt beim Alten, die Trauerbewältigung Blancas durch Sex und Männer setzt sich fort, am Ende gibt es den Satz, der als allgemeingültig dargestellt wird und auch titelgebend ist .Zu Óskar kommt dann noch ein zweiter Ex-Mann und ein verheirateter Liebhaber hinzu und gemeinsam mit Freundin und Kindern fährt Blanca nach Cadaqués, auf den Sommerfamiliensitz am Meer.

Trauerbewältigung findet über verhältnismäßig wenige Seiten statt, jedoch immer in der selben Manier. Das wird, selbst bei einem kurzen 170-seitigen Roman, zu einem langwierigen Unterfangen. Dafür kann die Sprache umso positiver hervorgehoben werden, denn der Text ist, wie ich oben schon geschrieben habe, weich wie Butter, ohne dabei schmierig zu wirken.

Buchinfos
Autorin: Milena Busquets
Titel: Auch das wird vergehen
Verlag: Suhrkamp
erschienen: 08.02.2016
ISBN: 978-3-518-42527-5
Seitenanzahl: 170 Seiten
Genre: Roman
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Rezension | Bronsky, Alina: Baba Dunjas letzte Liebe

baba_dunjas_letzte_liebeDas Buch ist bereits im Sommer 2015 auf Deutsch erschienen, doch gerade jetzt in der Winterzeit eignet es sich besonders für die Lektüre, denn die Sätze und Wörter arrangieren sich perfekt mit der Geschichte der Baba Dunja, die als Tschernobyl-Rückkehrerin Aufsehen erregt und doch selbst so ruhig und gelassen lebt, dass man am liebsten für einen Tag in ihre Haut schlüpfen möchte.

Baba Dunja ist zwar schon jenseits der 80, doch immer noch selbständig und mehr oder weniger für die Belange des Dorfes zuständig, in das eine Handvoll Leute gezogen ist. Als eines Tages ein Mann mit einem Kind ins verseuchte Gebiet kommt, um dort zu leben, verstehen das die Dorfbewohner nicht und es kommt fast zu einer Auflösung der Gemeinschaft.  Rezension | Bronsky, Alina: Baba Dunjas letzte Liebe weiterlesen