Archiv der Kategorie: Rezensionen T

Rezension | Theils, Lone: Die Mädchen von der Englandfähre

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Genau an meinem Geburtstag erschien dieses Krimidebüt der dänischen Autorin Lone Theils. Der Titel des Buches, „Die Mädchen von der Englandfähre“, verrät noch nicht sehr viel, allerdings wird sofort die Neugierde geweckt. Das als Kriminalroman – vor allem wegen der journalistischen Ermittlerin Nora Sand – betitelte Werk entpuppt sich gegen Ende hin immer mehr als Thriller und ist, soviel möchte ich gleich zu Beginn verraten, nichts für Zartbesaitete.

Nora Sand ist Journalistin und kommt in Besitz eines alten Koffers. Nach dessen Öffnung stößt sie auf Bilder, die junge Damen zeigen. Sehr bald kann sie auch die Identätit der beiden herausfinden:  Däninnen, Lulu und Liesbeth, die auf der Englandfähre einfach verschwunden sind und nie wieder gefunden wurden. Nora lebt in England und kommt ursprünglich aus Dänemark, so kann sie sich auch mit den Verwandten und Bekannten der beiden Verschollenen unterhalten, denn sie will einen Artikel in der Zeitung Globus bringen, für die sie arbeitet. Nach und nach gerät sie immer weiter in die Geschichte hinein und alles deutet darauf hin, dass der Frauenmörder Bill Hix dahinter stecken könnte. Neben diesem Handlungsstrang gibt es auch noch einen romantischen, denn Andreas, der in jungen Jahren unglücklich in Nora verliebt war, kreuzt auf einmal in London auf.

Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und vor jedem Abschnitt sagte ich mir: „Nur noch ein Kapitel!“ Es spricht fürs Buch, dass es nie bei einem Kapitel geblieben ist, denn es war mitunter richtig spannend und der Leser/die Leserin wird wissen wollen, wie es weitergeht. Passagen, die langatmig werden könnten, gab es während der Lektüre kaum und die Kriminalgeschichte löst sich gut auf, auch wenn es einen Vorfall in Wolfhall, dem Gefängnis, in dem Bill Hix seine lebenslange Haftstrafe absitzt, gegeben hat, den man wohl in der Realität (hoffentlich) nicht findet.

Für Krimifans und Thrillerbegeisterte ein wahrer Genuss und vor allem auch ein kurzweiliger, schnell zu lesender Roman.

Vielen Dank für das tolle Rezensionsexemplar!

Buchinfos

Autorin: Lone Theils
Titel: Die Mädchen von der Englandfähre
Verlag: rororo (Rowohlt)
erschienen: 19.05.2017
ISBN: 978-3-499-27253-0
Seitenanzahl: 432
Genre: Krimi | Thriller

Rezension | Theißen, Michael: Leons Erbe

leons_erbeIn nur wenigen Tagen, genauer gesagt am 11.07.2016, erscheint „Leons Erbe“ von Michael Theißen als Taschenbuch. Bisher gab es den Thriller aus dem Hause Bastei Lübbe nur als E-Book und ich durfte ihn vorab schon lesen. Der Klappentext des Buches lautet wie folgt:

Für Katja bricht eine Welt zusammen, als ihr Sohn Leon bei einem Autounfall ums Leben kommt. Es ist der zweite schwere Schicksalsschlag in kurzer Zeit. Erst vor sechs Monaten ist ihre Schwester spurlos verschwunden. Als Katja nach Leons Trauerfeier einen Anruf erhält, überschlagen sich die Ereignisse: Ein Notar ist im Besitz einer Kiste, die Leon seiner Mutter vererbt hat. Als Katja die Kiste öffnet, entdeckt sie darin ein Armband, das ihrer Schwester gehörte. Wie ist ihr Sohn in den Besitz dieses Armbandes gekommen? Und warum hat er es bei einem Notar hinterlegt? Was will Leon seiner Mutter aus dem Tod heraus damit sagen? Für Katja beginnt eine Suche nach der Wahrheit – nichtsahnend, dass sie damit die Tür zu einem dunklen Familiengeheimnis öffnet …

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Rezension | Trojnar, Heike: Wie ein Esel mit Holz

wie ein esel mit holzDieses Mal wird ein Buch aus einem mir bis zuletzt unbekannten Verlag vorgestellt. Heike Trojnar hat mich schon im April angeschrieben und auf ihren Roman aufmerksam gemacht. Ehrlich gesagt hätte ich ihn wohl sonst nicht entdeckt, deshalb war ich umso glücklicher, als ich ihn in Händen hielt und nun endlich lesen konnte. Wie der Untertitel schon erkennen lässt, handelt es sich um einen Biographischen Roman, der in Griechenland als auch in Deutschland spielt. Die Protagonistin Kyra lebt gemeinsam mit ihrer Familie in einem sehr einfachen Lehmhaus und darf nur zur Schule gehen, wenn es das Wetter erlaubt – sprich, wenn zu Hause keine Arbeit anfällt. Rezension | Trojnar, Heike: Wie ein Esel mit Holz weiterlesen

Rezension | Thorn, Ines: Wolgatöchter

C_978-3-8052-0862-8.indd Der Roman „Wolgatöchter“ von Ines Thorn spielt im Jahre 1765, ist also im Genre ‚Historischer Roman‘ angesiedelt. Die dort befindlichen Werke interessieren mich für gewöhnlich nicht so sehr, doch dieses Buch hat mich dann doch mal gefesselt. Die Autorin schreibt nämlich schön flüssig und macht nach jedem Kapitel neugierig auf das nächste.

Worum es geht, wird eigentlich im Klappentext schon erläutert:

Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annemarie, Aurora und Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet Reiche durch Zufall einem Werber aus dem großen russischen Reich. Im Auftrag von Katharina II. soll er deutsche Bürger in ihr Land holen. Endlich scheint sich für die heimatlose Familie ein Ausweg aufzutun. Doch Russlands Härte trifft sie unerwartet.

Dieses Unerwartete macht diesen Roman auch so spannend, denn der Werber, der Georg Reiche Reichtum und Eigenverantwortung versprochen hat, kann sein Wort nicht halten. Und so werden auf dem Schiff, das die Familie letztendlich nach Russland bringen soll, Massenverheiratungen durchgeführt, um zum maximalen Ertrag zu kommen. Unter anderem wird auch Lydia mit Anton verheiratet, was der jungen Frau (verständlicherweise) gegen den Strich geht.

Ob und wie die Familie und deren Mitglieder es in Russland meistern werden, verrate ich an dieser Stelle nicht, aber es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch bis zum Ende zu lesen 😉

Buchdetails
Autorin: Ines Thorn
Titel: Wolgatöchter
Verlag: wunderlich bei rowohlt
erschienen: Juli 2014
ISBN: 978-3-8052-0862-8
Seitenanzahl: 384
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Rezension | Tillmanns, Andrea: Mathilda tanzt

mathilda

Vor einiger Zeit habe ich schon mal einen Krimi aus dem Hause KSB vorgestellt, und zwar war das Anni Bürkls historischer Genusskrimi „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, welcher mir sehr gut gefallen hat.  Nun gibt es einen neuen Krimi, welcher in der heutigen Zeit in Aachen spielt.

Was man beim Titel nicht gleich herausliest, ist, dass es sich dabei um einen Gartenroman handelt, denn Mathilda liebt ihren persönlichen Rückzugsort und genau dort wird eine Leiche gefunden und die ältere Dame auch noch des Mordes bezichtigt. Dabei tappt die Polizei im Dunkeln bis zum Schluss. Erst auf den letzten beiden Seiten (Achtung – bitte den Roman nicht verkehrt herum lesen!) wird dann der Mord endgültig aufgeklärt.

Neben der Ermittlungsarbeit finden sich im Krimi viele detailgetreue Beschreibungen für (angehende) GärtnerInnen und nach Abschluss der Lektüre kann sich jeder, auch wenn er keinen grünen Daumen hat, Experte im Landschaftsdesign nennen. Bienen lieben zum Beispiel Salbeiblüten, die roten Spornblumen sind für Nachtfalter ideal und welche Blumen Mathilda im Baumarkt einkauft, dürfte auch einfach dank detailgetreuer Beschreibung erkennbar sein.

Im Großen und Ganzen in einem leichten, flüssigen Stil geschrieben, welcher es zulässt, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Außerdem ist dieser Krimi ob des eher unspektakulären Tathergangs schon für Jugendliche oder jüngere LeserInnen geeignet.

Buchdetails
Autorin: Andrea Tillmanns
Titel: Mathilda tanzt
Verlag: KSB Media 
erschienen: 2014
Seitenanzahl: 144 Seiten
ISBN: 978-3-941564-87-9

Rezension| Travnicek, Cornelia: Wir leben im Nordlicht

wir leben im Nordlicht
Heute möchte ich gerne mal ein E-Book vorstellen, welches Erzählungen der österreichischen Schriftstellerin Cornelia Travnicek beinhaltet. Wem das Buch ‚Aurora Borealis‚ ein Begriff ist, wird die Geschichten dieses Bandes wiedererkennen. Zum Glück für uns LeserInnen hat die Deutsche Verlagsanstalt das vergriffene Buch als elektronisches wieder aufgelegt. Die Autorin hat den Jugendroman ‚Chucks‘ geschrieben, der sehr erfolgreich ist.

8 Geschichten, die bewegen

Im Buch werden acht Geschichten präsentiert, die die Autorin schon vor längerer Zeit geschrieben hat. Die Titel der einzelnen Erzählungen lauten:

  1. Wie ein Mixtape von Thomas Kunst oder Aurora Borealis
  2. am strand weit genug
  3. Mein Schnittlauch ist ein Sumpfgewächs oder Analoge Erlebnisse
  4. Am Ende Wien
  5. die butter vom brot
  6. Gehen mit Kant. Eine fiktive Autocollage
  7. da wo der bus hält
  8. Unter trauernden Weiden

Diese kurzen Prosastücke, gespickt mit etwas Lyrik und eigenwilligem Tempo gehen unter die Haut. Nichts ist eitle Wonne oder will positiv erscheinen, viel mehr schockiert Travnicek mit überraschenden (W)Endungen. Dabei passen die Titel wie die Butter aufs Brot (oder vom brot?) und ich war richtig traurig, als der Erzählband seinem Ende zuging, da ich mehr wollte von dieser großartigen Schriftstellerin.

Dieser Erzählband passt für jede Geldbörse (ist um € 2,10 beziehungsweise in Deutschland um € 1,99 zu haben), nimmt auf dem E-Book-Reader nicht viel Platz weg und das beste: Ist absolut lesenswert! Eine klare Empfehlung von meiner Seite – von Cornelia Travnicek werden wir (hoffentlich) noch viel lesen! Ganz große Literatur!

Buchdetails
Titel: Wir leben im Nordlicht
Autorin: Cornelia Travnicek
Verlag: DVA
erschienen: 2014 
Seitenanzahl: 40 Seiten (E-Book!)
ISBN: 978-3-641-13334-4
Link zum Buch: bitte hier klicken (DVA-Webseite)