Rezension | Holzinger, Michaela: Drachen küsst man nicht

9783851976892

© Obelisk-Verlag

Dieses Kinderbuch rezensiere ich für meine Arbeit an der Uni und es hat extrem viel Spaß gemacht, es zu lesen. Man ist in ca. 20 Minuten mit dem Text durch und die Illustrationen von Monika Maslowska sind total nett gestaltet und regen auch zum Mitschauen an, sofern man das Buch kleineren Kindern vorliest.

Aufbau

Das Buch ist lang und schmal, hat einen Umschlag aus Hardcover und zwei Vorlageseiten in der Farbe Orange. Mit 64 Seiten, wobei oftmals eine ganze Seite nur mit Illustrationen gefüllt ist, gehört es wohl zu den nicht ganz kurzen, aber auch nicht extrem langen Kinderbüchern für die Altersgruppe 7+, die der Obelisk-Verlag empfiehlt.

Zu Beginn findet der Leser bzw. der Vorleser ein Inhaltsverzeichnis, welches 12 Kapitel ausweist. Das letzte Kapitel gehört übrigens nicht mehr wirklich zur Geschichte, da es sich dabei um eine Mittelalterkunde handelt und für Kinder unbekannte Begriffe näher erklärt und mit Bildern untermalt. Klar können die Erwachsenen auch ab Seite 56 nachlesen, was beispielsweise mit „Herolde“ oder „Feuerwasser“ gemeint ist. Die Kapitelüberschriften werden in einem braunen Banner geliefert:

1. Viel los auf Burg Knatterstein
2. Wer klopft denn da?
3. Drachen küsst man nicht
4. Plopp!
5. Ganz schön schlau!
6. Im Burggraben
7. Jaromirs Geheimnis
8. Kunigundes schönes Geheimnis
9. Herz-Rauchwölkchen in der Luft
10. Mutiger Michel
11. Noch mehr los auf Burg Knatterstein und last, but not least
12. Kunigunde und das Mittelalter: Da steppt der Bär!

Inhalt und Charaktere

Anhand des Inhaltsverzeichnisses kann man sich meines Erachtens schon ein bisschen mit der Materie auseinandersetzen, da Geheimnisse vorkommen und auch der Ort des Geschehens sowie die Namen der Protagonistin Kunigunde und (des Drachen) Jaromir. Es fängt alles damit an, dass König Muskatnuss wieder einmal ein Ritterturnier veranstalten will und der Preis für den Gewinner ist ein Kuss seiner ach so schönen Tochter Prinzessin Kunigunde. Doch diese hat, wie man später erfährt, ein Geheimnis und möchte deshalb keine Ritter mehr küssen.

Als dann Drache Jaromir beim Ritterturnier erscheint, weist ihn König Muskatnuss darauf hin, dass er ja ein Drache und kein Ritter ist. Jaromir möchte aber nur einen Kuss der schönen Prinzessin Kunigunde, doch die bleibt hart und sagt: „Drachen küsst man nicht“. Daraufhin verzaubert Jaromir die Prinzessin und jeder, den sie küsst, verwandelt sich in einen Frosch. Klar, dass Kunigunde das nicht gefällt – deshalb hegt sie einen Plan aus, wie sie den Drachen Jaromir dazu bringen kann, den Zauber aufzuheben. Ob und wie sie das schafft und was ihr Geheimnis ist, müsst ihr selbst herausfinden 🙂

Charaktere

König Muskatnuss: der Vater von Prinzessin Kunigunde. Er feiert gerne Feste und wird krank, wenn er mal nicht feiern kann
Prinzession Kunigunde: ist äußerst hübsch, intelligent und mutig – und hat ein Geheimnis!
Ritter Kevin der Bärenstarke: er wird dann unser „Froschkönig“
Jaromir, der Drache: furchteinflössender Drache, der Prinzessin Kunigunde unbedingt küssen will
Aurania: Burghexe
Michel: der Minnesänger
und noch einige mehr, die ich aber nicht nenne, damit die Spannung erhalten bleibt.

Die Autorin und die Illustratorin

Michaela Holzinger hat schon mehrere Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Sie wurde 1978 geboren und lebt im Salzkammergut mit ihrem Mann, zwei Kindern und vielen Tieren auf einem Hof. Mit dem Schreiben hat sie begonnen, als ihre Kinder geboren wurden.

Die Illustratorin heißt Monika Maslowska und sie lebt in Innsbruck mit Mann und Töchtern. Neben Michael Köhlmeiers „Das Sonntagskind“ hat sie auch schon 16 Märchen und Sagen aus Österreich illustriert. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet.

Fazit und eigene Meinung

Irgendwie ist dieses Buch ein richtig typisches Mädchenbuch: Es geht um Ritter, Drachen, eine Burg und vor allem eine wunderhübsche, intelligente und mutige Prinzessin als Protagonistin. Allerdings wäre das Werk wohl auch etwas für Burschen, denn die mögen ja bekanntlich Ritter und Drachen recht gern. Also für beide Geschlechter geeignet, würde ich summa summarum sagen. Ein Kind, welches gerade lesen gelernt hat, ist sicher angetan von den sehr kurz gehaltenen Flattersätzen – oft stehen in einer Zeile gerade mal 1 – 2 Wörter, was den Lesefluss aber überhaupt nicht stört. Zwei mal kommen auch kurze Reimgedichte vor, was ganz nett ist. Liest man das Buch seinen Kindern vor, können sicher 4-Jährige auch schon zuhören und sich die Bilder beim Lesen anschauen – vielleicht sogar beschreiben, was sie auf den wunderschön ausgeführten Illustrationen sehen.

Die Themen, um die es in diesem Buch geht, sind:

  • Feste feiern
  • Mittelalter
  • Dasein einer Prinzessin
  • Drachen
  • Ritterturniere
  • Einsamkeit
  • Geheimnisse
  • Zauberei und Verwandlung

Die absolut gelungene Symbiose aus Text und Bild sowie die ausgereifte, durchaus spannende Geschichte und das Happy End (ach, doch was verraten…) haben es mir einfach angetan.
Absolut empfehlenswert!

Vielen Dank an den Obelisk-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Buchdetails

Autorin: Michaela Holzinger
Illustratorin: Monika Maslowska
Buchtitel: Drachen küsst man nicht
Verlag: Obelisk Verlag
Erscheinungsjahr: 2013, Innsbruck-Wien
Seitenanzahl: 64
ISBN: 978-385197-689-2
Preis: € 11,95 [A/D], CHF 19,90

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