Rezension | Marschner, Rosemarie: Das Bücherzimmer

Buchcover, Quelle: lovelybooks.de

Heute kann ich endlich wieder einen Roman für Erwachsene rezensieren, bevor sich der Blog nächste Woche wieder der Kinder- und Jugendliteratur widmet – zumindest zum Großteil. Wie schon in der Überschrift und am Bild erkennbar, handelt es sich um das 416 Seiten starke Werk mit dem Titel Das Bücherzimmer von der österreichischen Schriftstellerin Rosemarie Marschner. Erschienen in der Jubiläumsausgabe des Deutschen Taschenbuch Verlages 2011, gibt es den Inhalt des Originals aus dem Jahr 2004 wieder. Darüber hinaus scheint es einen zum Thema passenden Roman von ihr mit dem Titel Das Jagdhaus (ebenfalls bei dtv erschienen) zu geben.

Aufbau und Inhalt

Der Inhalt ist in einen Rahmen gebettet, der die Überschrift „Die alte Dame“ trägt. Jeweils das erste als auch das letzte Kapitel heißen so, dazwischen kommt die eigentliche Erzählung in drei Büchern zum Vorschein. Während die Rahmenhandlungen eine Zeit widerspiegeln, in der die Protagonistin Marie Zweisam nicht mehr lebt, erfährt der Leser / die Leserin auf den Seiten dazwischen alles über die Lebens- und Liebesgeschichte von Marie – angefangen von ihrem 14. Lebensjahr bis hin zu ihrem 20., mit politischen Einblicken aus dem entstehenden zweiten Weltkrieg.

Marie Zweisam ist die uneheliche Tochter von Mira Zweisam, die in Wels ein kleines Häuschen bewohnt. Um ihrer Tochter ein besseres Leben erfahren zu lassen, schickt sie diese in die nächst größere Stadt (in diesem Fall war es Linz) als Dienstmädchen bei einer Notarsfamilie. Dort kommt die junge Marie in den Genuss, ab und zu ins Bücherzimmer des Seniors gehen zu können, um ihm dort aus der Zeitung vorzulesen. Sie löst sich auch eine Bibliothekskarte und borgt sich ab und zu Bücher aus. Die Zeit dort ist für sie aber überwiegend nur schwer erträglich und sie lernt Richard Ohnesorg kennen, in den sie sich verliebt, aber mangels Selbstvertrauen nichts in die Richtung unternimmt. Dafür wird sie von Franz Janus, einem Bäckerssohn, verehrt und in den Himmel gehoben. Als ihre Mutter schwer krank wird, kehrt Marie in ihr Heimatdorf zurück, um sich um sie zu kümmern. Die Mutter stirbt und für Marie beginnt ein komplett neues Leben…

Es tut sich natürlich noch einiges in der Geschichte, doch verraten möchte ich das an dieser Stelle nicht, denn es wird teilweise richtig spannend.

Eigene Meinung und Fazit

Das Bücherzimmer kann ich Menschen empfehlen, die sich mit dem Thema „große (unerfüllte) Liebe“ auseinandersetzen wollen, denen Kriegsgeschichten aus den 30-er bis 40-er Jahren nicht zu sehr zusetzen und die sich innerlich nicht bis zum Äußersten über die Engstirnigkeit und Unterdrückung der damaligen Zeit ärgern – so wie ich… Liest man dann Sätze wie: „die ganze Ortschaft hat zu 100 % für den Anschluss gestimmt“ und weiß man, dass es sehr wohl Leute gegeben hat, die das klitzekleine „Nein“ angekreuzt haben, kann einem die Galle hoch kommen.

Die Autorin hat die Thematik aber sehr gut ausgelotet und nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig über die politische Situation erzählt. Dafür beschreibt sie das Leben Maries umso deutlicher und einfühlsamer. Einmal kamen mir auch schon mal die Tränen, weil die Geschichte so herzergreifend war, ein paar Seiten musste ich überspringen, weil mir die detailhafte Beschreibung zu umständlich war, doch im Großen und Ganzen fand ich dieses Buch wirklich toll!

Das Jagdhaus, in dem es laut Inhaltsangabe um den leiblichen Vater Maries beziehungsweise dessen Familie geht, werde ich mir vielleicht auch noch zulegen und es auf meine Wunschliste für Bücher setzen.

Buchdetails

Autorin: Rosemarie Marschner
Buchtitel: Das Bücherzimmer
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erscheinungsjahr: 2011, München (Original: 2004)
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3-423-19528-7

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