Rezension | Buchgraber, Martin / Brandl, Joachim: Wien. Im Beisl Ihrer Majestät

Der Conbook Verlag hat mit seiner Reihe „Heimatbuch“ voll ins Schwarze getroffen. Für die Wiener Ausgabe ins Rot-Weiß-Rote, wenn man nach der Farbe des Einbandes geht. Die beiden Autoren Martin Buchgraber und Joachim Brandl schaffen es, von der ersten Seite an bis zur letzten mit witzigen Anekdoten die Wiener Mentalität, den Straßenaufbau, die Taxifahrer und Schönbrunn zu beschreiben.

Welches Genre ist das Heimatbuch?

Beim Lesen kommt man oft ins Schmunzeln, manchmal sogar ins Lachen, da die einzelnen Kapitel mit so viel Witz und Charme gespickt sind, dass man das Werk als solches nicht als Reiseführer beschreiben kann. Und dennoch steckt im Aufbau und in der Auswahl der Überschriften und des Texts ein Appell, Wien doch endlich anzusehen und sich davon zu überzeugen, dass man im Café wirklich so lange warten muss. Was das Buch dann doch nicht zum klassischen Reiseführer macht, ist der fehlende Stadtplan im Buchinneren. Den muss man sich dann extra kaufen. Aber dieser kabarettistisch aufgebaute Wien Ratgeber hat sogar ein integriertes Wörterbüchlein mit angehängtem Glossar und die letzten zwei Kapitel widmen sich den obligatorischen 10 Dingen, die man gemacht haben muss oder um negativ aufzufallen. Das Buch passt also ins Genre Heimatbuch. Es ist alles drin, was man sich erwartet und alle Themenbereiche, die interessant werden könnten, sind abgedeckt. Sogar die Eintrittspreise für Museen und dergleichen.

O du lieber Augustin

Das alte Lied vom lieben Augustin wird im Buch abgedruckt und darauf folgt eine Erklärung, warum es entstanden ist. Für einige Wiener oder Zugereiste ist dies mit Sicherheit ein aha-Erlebnis. Und dass die meisten Wiener keine echten sind, ist ein langbewährtes und wahrscheinlich wahres Klischee. Wenn man erfahren will, wie man eine Platzkarte am Stephansdom bekommt, um dort Orgel zu spielen oder sich als Mozart zu verkleiden und wieviele diese kostet, schlägt man am besten das Buch auf Seite 53 auf.

Was in jedem Buch über Wien stehen muss

Wie in allen anderen Büchern über Wien auch, werden die Themen Tod und Friedhof angesichts der Morbidität der Wiener ausführlich besprochen. Hinzu kommt noch ein Klo-Kapitel, das sich der Operntoilette widmet und ein eigenes für Das Sackerl für das Gackerl, damit sich die HundebesitzerInnen auskennen, wenn sie ihren Hund in der großen Stadt Gassi geht. Für letzteren Ausdruck geben Buchgraber und Brandl auch einen österreichischen an, wie für fast alles, das man eben nicht ganz Deutsch ausspricht.

Abschließende Worte

Der Conbook Verlag hat mit seiner Reihe Heimatbuch sicher ein neues Kapitel in der Unterhaltungs- und Reiseführerliteratur aufgeschlagen. Auf 284 luftig locker geschriebenen Seiten beschreiben die Autoren Martin Buchgraber und Joachim Brandl, „was man in Wien so macht“. Mit der ISBN Nummer 978-3-934918-88-7, dem Titel Wien. Im Beisl* Ihrer Majestät, ein Heimatbuch, erschienen 2011 im Conbook Medien GmbH Verlag Meerbusch, findet man das Buch im Handel und kann es käuflich erwerben.

Mein Dank geht an den Conbook Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

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