Rezension | Lehane, Dennis: In der Nacht

in der nacht
© Diogenes Verlag | Buchcover

Die Geschichte beginnt, wie so viele Krimis, Thriller oder eben auch Gangster-Epen, mit einem Teil, der eigentlich schon zum Schluss gehört. Joe Coughlin findet seine Beine in Zement wieder und ist kurz davor, von anderen Ganoven ins Meer geschmissen zu werden. Außerdem kommt noch eine gewisse Emma Gould vor, mit der Joe eine Liebesbeziehung beginnt. Das Blöde an der Sache: Sie ist auch noch die (Bett)Gefährtin von Oberganoven Albert White, dem das sehr missfällt.

Es folgen Gefängnisjahre für Joe, weil ein Banküberfall vereitelt wurde. Dort lernt er Maso Pescatore kennen, den Gegenspieler von Albert White und seinerseits auch ein richtig fieser Ganove und Unterweltsboss. In der Zwischenzeit verstirbt Joes Vater und auch Emma Gould scheint tot zu sein – so genau weiß das der mittlerweile 20jährige Joe aber nicht. Durch die Verbrüderung mit Maso bleiben Joe weitere Jahre Gefängnis erspart und er wird Boss in Tampa, wo er sich dem Rumgeschäft widmen soll. Natürlich bleiben auch hier die Frauen nicht außen vor und er lernt Graciela kennen und lieben.

Dennis Lehane schreibt sein Gangster-Epos in drei Teilen, wobei der erste überwiegend in Boston (1926 – 1929), der zweite Teil in Ybor (1929 – 1933) und der dritte Teil (Die Brut der Gewalt) von 1933 – 1935 auch noch auf Kuba spielt. Mit insgesamt 29 Kapiteln, wobei das letzte nicht mal eine ganze Seite fasst, kann man auf 529 Seiten in die Welt der Gauner und Ganoven eintauchen. Dabei wird der Charakter des Joe Coughlin als überaus sympathisch dargestellt. Zu Beginn sieht er sich selbst übrigens auch nicht als Ganove, sondern als Gesetzloser. Die Spannung bleibt über große Teile des Werkes erhalten, wobei in der Mitte ein kleiner Einbruch steckt, der aber verkraftbar ist angesichts des fulminanten Schlusses.

Was besonders auffällt, ist der bildhafte Schreibstil Lehanes, der einem Drehbuch sehr ähnlich ist. Mit ziemlicher Sicherheit beabsichtigte er auch, dass das Buch mal verfilmt wird, es wäre ja nicht das erste Mal („Mystic River“, „Shutter Island“).

Ein grandioses Gangster-Epos mit durchaus sympathischem Protagonisten und nachvollziehbarer Story.

Vielen Dank an LovelyBooks und den Diogenes Verlag für dieses grandiose Rezensionsexemplar.

Buchdetails

Autor: Dennis Lehane
Buchtitel: In der Nacht
Verlag: Diogenes Verlag
Erscheinungsjahr: 2013, Zürich
Seitenanzahl: 592
ISBN: 978-3-257-06872-6
Preis: (D) € 22.90 | (A) € 23.60 | sFr 32.90

2 Gedanken zu „Rezension | Lehane, Dennis: In der Nacht“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

AlphaOmega Captcha Classica  –  Enter Security Code