Rezension | Slawig, Barbara: Visby

© Berlin Verlag | Buchcover

Vor fast eineinhalb Jahren erschien Visby von Barbara Slawig (hier geht’s zur Webseite der Autorin) als Hardcover unter der allumfassenden Genreeinteilung Roman, doch die Bezeichnung des im Dezember 2013 herausgegebenen Taschenbuches aus demselben Verlag hört nun auf den teilweise passenderen Begriff Thriller.

Gotland

Auf der schwedischen Insel Gotland lebte die Protagonistin Dhanavati Reinerts etwa fünf Jahre lang mit ihrer Mutter Gisela, Adrian, Nandin, Indrasena und Bengt. Dhani musste mit ansehen, wie sich ihre Mutter von den Klippen in den Tod stürzte und ist nun auf der Suche nach ihrem Vater und dem Grund für die Freitodentscheidung ihrer Mutter.  Dabei gerät sie nicht nur einmal in Gefahr. Der zweite Erzählstrang betrifft Annika, die Lebensgefährtin von Adrian, mit dem sie eine gemeinsame Tochter namens Nina hat. Adrian verschwindet nämlich fast zeitgleich mit dem Auftauchen von Dhanavati. Jens Nilssons Bericht reiht sich zwischen die Annika-Dhanavati-Passagen ein und wirkt erklärend und ergänzend.

Meine Meinung

Als ich das Buch begonnen hatte, war ich sehr neugierig, denn der Stil lockte meine Augen zum Weiterlesen. Nicht nur die unterschiedlichen Personen haben es mir angetan, sondern auch die verschiedenen Blickwinkel, aus denen der Thriller besteht. So sind die Passagen rund um Annika in der Ich-Perspektive geschrieben, Dhanis Geschichte aus der allwissenden Er-Form und Nilssons Empfindungen in Berichtform. Dazwischen mischen sich immer wieder mal E-Mails und Foreneinträge in den Fließtext, was das Lesen um einiges auflockert.

Die Spannung des Romans hält sich bis ins letzte Drittel, ab dann wurde es für mich ein bisschen ‚dubios‘. Einige Personen wurden nicht ganz glaubwürdig gezeichnet (ein Drogenboss und korrupter Waffenhändler, der dann doch irgendwie hilfsbereit und verständnisvoll ist), andere gelten als längst vergessen und tauchen dann wieder in einer nicht erwarteten Form auf – was für mich leider nicht so unerwartet sondern gar offensichtlich war und somit das Finale etwas in die Länge gezogen hat.

Die wenigen Szenen des Werkes, die an einen Thriller erinnern, waren überwiegend sehr mitreißend und überzeugend geschrieben – das Mitfiebern mit Dhani bleibt also nicht aus! Alles in allem ein spannender Roman mit interessanter Wendung und charakterlich starken ProtagonistInnen.

Vielen Dank an LovelyBooks, Barbara Slawig und den Berlin Verlag für dieses kurzweilige Leseexemplar!

Buchdetails

Autorin: Barbara Slawig
Buchtitel: Visby (Taschenbuchausgabe)
Verlag: Berlin Verlag
erschienen: Dezember 2013
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3-8333-0927-4
Preis:€ 9,99 [D], € 10,30 [A]

3 Gedanken zu „Rezension | Slawig, Barbara: Visby“

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