Rezension | Shafak, Elif: Ehre

ehreWer kennt das heute noch – Ehrenmorde? Wieso geht in manchen Kulturen die Ehre über das Leben der Familienmitglieder, ja sogar der eigenen Mutter? Diese Fragen beantwortet das Buch zum Teil, doch verstehen kann ich es persönlich nicht.

In der Geschichte geht es um Jamila und Pembe, Zwillingsschwestern, die es nicht sehr leicht hatten in ihrer Kindheit und Jugend. Jamilas Liebe, Adem, heiratet Pembe (aus Ehre), diese wiederum geht nach London und lässt ihre Schwester als alleinstehende Hebamme zurück. Pembes und Adems Ehe funktioniert nicht sehr gut, dennoch entstehen 3 Kinder: Iskender, Esma und Yunus. Über kurz oder lang trennt sich das Paar.
Nicht nur Adem findet Gefallen an anderen Menschen (Frauen), auch Pembe findet jemanden, der sie berührt. Und das gefällt Iskender nicht und er begeht einen Mord…
Aufgeteilt ist das 528-Seiten starke Buch in mehrere Kapitel, die jeweils eine Überschrift mit dazugehörigen Zeit- und Ortsbezeichnungen tragen. Nur die Kapitel, die von Esma selbst erzählt werden, tragen ihren Namen als Betitelung. Iskenders Schilderungen aus dem Gefängnis sind in Briefform abgedruckt, alle anderen Sichtweisen werden von einem außenstehenden Erzähler dargestellt.
Ein beeindruckendes Buch über eine mir fremde Kultur, eine erschütternde Familiengeschichte, ein unverständlicher Sinn für einen Ehrbegriff, den es (hoffentlich) so in dieser Form nicht mehr allzu häufig gibt – sehr empfehlenswerte Lektüre aus dem Hause Kein & Aber.

Buchdetails

Autorin: Elif Shafak
Buchtitel: Ehre
Verlag: Kein & Aber
erschienen: 2014
Seitenanzahl: 528
ISBN: 978-3-0369-5676-3
Preis:€ 24,90 | 32,90 CHF

Ein Gedanke zu „Rezension | Shafak, Elif: Ehre

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