Rezension | Mann, Heinrich: Der Untertan

der untertan
Diese Rezension fällt mir besonders schwer, denn die offizielle Erstausgabe erschien vor fast einhundert Jahren, und zwar 1919. Zu diesem Zeitpunkt gab’s keinen Kaiser mehr in Österreich und somit konnte das Buch auch niemanden mehr echauffieren.

Heinrich Mann war der ältere Bruder des viel erfolgreicheren Thomas Mann (Buddenbrooks, Der Zauberberg,…). Doch zu ihm möchte ich hier gar nicht viel sagen, denn die Eckdaten wie Geburtstag, Werdegang etc. kann man bei Interesse ja im Internet nachschlagen. Viel mehr möchte ich mich auf den Inhalt beziehungsweise die Aufmachung konzentrieren.

Ich halte die 5. Auflage aus dem Fischer Taschenbuch Verlag in der Rubrik „Fischer Klassik“ in Händen, welche zusätzlich zum Roman noch Daten zu Leben und Werk sowie einen Werkbeitrag aus dem Kindler Literatur Lexikon enthält. Letzterer verrät auch, dass der Roman vor seiner offiziellen Veröffentlichung bereits in Zeitschriften bzw. als Privatdruck erhältlich war. Es geht um Diederich Heßling, der nach dem Studium und dem Eintritt in die Burschenschaft „Neuteutonia“ die familieneigene Papierfabrik übernimmt und wegen seines Kaiserfaibles oftmals ziemlich daneben handelt.

Frauen spielen in Diedls (so nennt ihn Mama Heßling) Leben eine mehr oder minder große Rolle, schlussendlich heiratet er sogar und lebt dort sein Regime aus. Dass hierbei Männer mehr wert sind als Frauen, muss nicht extra erwähnt werden, denn das Werk Manns strotzt nur so voller Ironie und Klischees, dass ich mir oftmals nicht mehr sicher war, ob es sich um ein Theaterstück (welches auch tatsächlich im Buch vorkommt) handelt oder ob die Erzählung hier weitergeht.

Schwer war für mich der Einstieg, denn die Sprache und die Anordnung der Sätze ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Hat man die Anfangsschwierigkeiten überwunden und wird nicht zu oft unterbrochen, so kann die Geschichte schön und flüssig gelesen werden. Andernfalls wird’s recht mühsam, da einem die Lektüre einiges an Konzentration abverlangt – zumindest ging’s mir so. Ich werde wohl nicht ganz warm mit Heinrich Mann werden, aber dieser Roman ist sehr empfehlenswert, vor allem dann, wenn man sich die Begebenheiten des anfänglichen 20. Jahrhunderts vergegenwärtigt.

Vielen Dank an LovelyBooks, den Fischer Verlag und aba für die Organisation!

Buchdetails

Autor: Heinrich Mann
Buchtitel: Der Untertan
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
erschienen: 10.2012 (5. Auflage, 2008)
Seitenanzahl: 448
ISBN: 9783596900268
Preis:Preis € (D) 9,00 | € (A) 9,30 | SFR 13,50

 

Ein Gedanke zu „Rezension | Mann, Heinrich: Der Untertan

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