Rezension | Hooper, Emma: Etta and Otto and Russell and James

etta and otto and russell and jamesDas Jahr 2015 fängt gut an! Auch für Debütautorin Emma Hooper, deren Erstling mit dem Namen ‚Etta and Otto and Russel and James‘ am 29. Jänner 2015 im Fig Tree-Verlag (Penguin Books) erschienen ist. Das Cover alleine ist schon einen näheren Blick wert, da die Struktur fühlbar ist und einen Hauch von Gold vermittelt (sieht man auf dem hier abgebildeten Cover leider nicht).  Am Buchrücken finden sich Gegenstände, die Protagonistin Etta während ihrer Reise ans Wasser begleiten, sowie der Klappentext, den ich hier wiedergeben möchte:

Etta’s greatest unfulfilled wish, living in the rolling farmland of Saskatchewan, is to see the see, And so, at the age of eighty-two, she gets up very early one morning, takes a rifle, some chocolate and her best boots, and begins walking the 2,000 miles to the water.

But Etta is starting to forget things. Her husband, Otto, remembers everything, and he loves her: surely they can balance things out?

Their neighbour Russell remembers too, but differently – and he still loves Etta as much as he did more than fifty years ago, before she married Otto.

Der Klappentext sagt schon vieles über den Roman aus, aber nicht, WIE er geschrieben ist. Die Wortwahl ist phänomenal und der Textaufbau wunderbar gestaltet. Es gibt zwei Zeitebenen und mehrere Perspektivenwechsel und Erzählstile. So begegnen wir der jungen Etta, die ihre Schwester Alma verliert, dann Lehrerin wird und Otto in der Schule kennen lernt. Auch Ottos Jugend erschließt sich dem Leser / der Leserin, indem er Briefe an Etta schreibt. Über Russell und Etta erfährt man nicht so viel, aber genug, um zu wissen, dass es nicht immer einfach für Etta und Russell und Otto ist. James, tja, der ist ein Coyote, der Etta auf ihrem Weg ans Wasser begleitet.

Die einzelnen Kapitel sind unterschiedlich lang, spielen in der Vergangenheit und in der Gegenwart, bilden Briefe ab oder schildern die Erlebnisse Ettas, als sie den langen Weg antritt. Außerdem wird über Ottos Einsamkeit berichtet, bis zum Schluss die einzelnen Passagen so kurz werden, dass sie nur noch vier Zeilen pro Seite ausfüllen – so bleibt sehr viel Platz für eigene Interpretationen. Und die braucht man auch, um von den Fängen des Romans entlassen zu werden, denn das Ende ist ein offenes, das, ohne Zutun von eigenen Gedanken, den Leser unaufgeklärt zurücklässt.

Für mich jetzt schon ein Anwärter für das Buch des Jahres 2015. Von der Sprache her auch gut für ungeübte EnglischsprecherInnen  geeignet.

Buchdetails

Autorin: Emma Hooper
Buchtitel: Etta and Otto and Russell and James
Verlag: Fig Tree bei Penguin Books
Erscheinungsjahr: 2015
Seitenanzahl: 288 Seiten
ISBN: 978-0-241-18586-5
Genre: englischsprachiger Roman
Preis:  € 10,99 [D], € 11,30 [A], sFr 16,50
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Ein Gedanke zu „Rezension | Hooper, Emma: Etta and Otto and Russell and James

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