Rezension | Downham, Jenny: Die Ungehörigkeit des Glücks

die_ungehoerigkeit_des_gluecksNa, was sagt ihr? Ich finde, das Cover sieht sehr schön aus und auch der Titel hat es mir angetan. Natürlich war ich dann auch gleich auf den Inhalt gespannt, den der Bertelsmann-Verlag so am Buchrücken zusammenfasst:

Katie – Caroline – Mary:
Drei Frauen 
Drei Generationen
Drei Lebensgeschichten

Die Begegnung der drei lässt alte Wunden aufbrechen und Lebenslügen zerbrechen. Als die 17-jährige Katie ihrer Großmutter Mary zum ersten Mal begegnet, hat diese schon deutliche Anzeichen von Alzheimer. Katie erkennt das Liebenswerte und Faszinierende an der alten Dame, und vor allem beginnt sie, deren Erinnerungen aufzuschreiben. Sie spürt dabei Familiengeheimnisse auf, die nicht nur ihre Mutter Caroline in ein völlig neues Licht rücken.

Aber auch Katie verändert sich beziehungsweise findet ein Stück mehr zu ihr selbst, seitdem sie sich um ihre Großmutter Mary kümmert. Zu Beginn des 480-Seiten starken Romans für Jugendliche wird  Caroline damit überrascht, dass sie sich um ihre Mutter Mary kümmern soll, da deren Mann Jack gestorben ist und sie selbst – ob ihres Alters und ihrer Krankheit – nicht für sich sorgen kann. Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder (Katie und Chris) findet das überhaupt nicht toll und überträgt die Obsorge für ihre Mutter teilweise ihrer Tochter Katie, die gemeinsam mit Mary versucht, die Vergangenheit zu rekonstruieren. Dass es dabei zwischen Mutter und Tochter auch mal Streit gibt, ist vorherzusehen.

Auch andere Geheimnisse kommen ans Licht und als Katie Esme küsst, wird sie von vielen Gleichaltrigen gemieden. In Jamie findet Katie dann aber doch einen Freund, für den sie mehr ist, als sie das eigentlich will. Ein Gefühls-Wirrwarr in Katies Liebesleben, das aber eigentlich gar nicht so unnormal ist, wenn man in die Welt einer siebzehnjährigen Frau eintaucht, die auf der Suche nach sich selbst ist.

Stellenweise konnte mich der Roman nicht ganz so fesseln, wie ich es erwartet hatte, aber die meisten Kapitel und Vorkommnisse brachten mir großes Lesevergnügen, da die Seiten auch nur so dahin flogen. Auf die Krankheit „Alzheimer“ wird nur in praktischer Art und Weise eingegangen und durch Mary näher gebracht, was ich persönlich sehr gut finde. In manchen Romanen zu diesem heiklen Thema finden sich dann theoretische Abhandlungen irgendeines Arztes, was meiner Meinung nach in einer fiktionalen Geschichte wenig Platz finden sollte. Wenn die Theorie oder die Hintergründe jemanden interessieren, kann man sich dazu bestimmt ein Buch aus der Bibliothek leihen oder im Internet recherchieren.

Alles in allem ein solides Jugendbuch, das auf einige Dinge getrost verzichten hätte können (beispielsweise die Liebesgeschichte rund um Katie), da die Reise in die Vergangenheit und das Zusammenleben mit der alten Mary allein schon genug Stoff hergibt.

Buchinfos

Autorin: Jenny Downham
Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks
Verlag: C. Bertelsmann
erschienen: 22.02.2016
Seitenanzahl: 480 Seiten
ISBN: 978-3-570-10292-3
Genre: Jugendbuch
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