Rezension | Neder, Anke: Blutige Kristalle

blutige_kristalleIch durfte wieder einmal einen Genusskrimi lesen, nachdem ich diesem Genre schon länger abtrünnig geworden bin. Meine ersten drei Genusskrimis waren (mit einem Klick kommt ihr auf die Rezensionen):

  1. Anni Bürkl: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
  2. Andrea Tillmanns: Mathilda tanzt und
  3. Emma Grey: Schuld war nur der Tee

Alle drei ließen sich leicht lesen und waren auch sehr spannend, bei „Blutige Kristalle“ war ich anfangs etwas zögerlich, ob es mir gefällt … 

 

Betrachtet man das Cover, ist es nicht ganz so schön wie das der Vorgänger, die ich bereits gelesen hatte. Allerdings hebt sich der Titel auch ganz gut vom Hintergrund ab. Der Titel lässt viele Assoziationen zu, kann mich aber nach der Lektüre auch nicht so ganz überzeugen.

Dafür finde ich den Hauptcharakter Franz Hobelsberger, einen typischen bayerischen Hauptkommissar (so wie ich ihn mir halt vorstelle), ab Buchmitte zunehmend sympathisch. Leider sind, entgegen meinen Erwartungen, keinerlei Passagen aus dem Dialekt oder der Umgangssprache vorhanden, aber gut. Muss ja auch nicht sein. In die Genusskrimireihe darf sich das Buch wohl deshalb einreihen, weil Hobelsberger ein Faible für (gute) Literatur hat und nicht einmal Zitate von sich gibt.

Zu Beginn gibt’s übrigens gleich mal einen Selbstmord, der für die frisch verwitwete Nachbarin Hobelsberges gar nicht passt. Deshalb bittet sie den Kommissar, ihr in der Sache zu helfen und dieser willigt nach ein bisschen Hin- und Her dann ein. Und tatsächlich stellt sich heraus, dass sich der Vater von Hannah nicht umgebracht hat und auch ein zweiter Mordfall kommt zutage.

Zu Beginn ging das Lesen sehr schleppend voran, da sehr viele Charaktere vorgestellt wurden und die Handlungsorte zu oft gewechselt wurden. Außerdem gab es immer wieder Sprünge ins Jahr 1989, die sich natürlich erst gegen Ende in die gegenwärtige Geschichte einordneten. Erst ab der Mitte des Buches wurde es für mich richtiggehend zum Genuss, denn ab da war es spannend, die Orte konnte ich auch in meinem Kopf einordnen und die Figuren bekamen mehr Hülle. Hobelsberger wurde mir zum Schluss sogar richtig sympathisch, obwohl er am Anfang wie ein engstirniger, miesepeteriger Katzenbesitzer auftritt.

Buchinfos

Autorin: Anke Neder
Titel: Blutige Kristalle
Verlag: KSB Media
erschienen: 2016
Seitenanzahl: 192 Seiten
ISBN: 978-3-946105-33-6
Genre: Krimi | Kriminalroman | Genusskrimi
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