Rezension | Knox, Joseph: Dreckiger Schnee

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In letzter Zeit häufen sich die Bücher, deren Cover in Schwarz, Rot und Weiß daherkommen. Nicht selten handelt es sich dabei um einen Thriller, meistens sogar um so gute, dass ich nicht mehr mit dem Lesen aufhören kann. Wie es bei diesem Werk sein kann, dass sowohl sehr gute, als auch eher schlechte Rezensionen auftauchen, möchte ich anhand meiner Buchvorstellung erläutern.

Aidan Waits ist unser Ermittler, der wie so oft in den Krimis der 2010er-Jahre ein Undercover-Agent ist, noch dazu ein ziemlicher Antiheld. Er säuft, nimmt Drogen, hält sich in nicht sehr guten Kreisen auf und scheint ein Faible für jüngere Damen zu haben. Sein Auftrag lautet, die verschwundene Tochter von David Rossiter zu finden, der die noch Minderjährige allerdings erst einen Monat nach deren Verschwinden als vermisst gemeldet hat. Die Spur führt Aidan Waits zu einer Verbrecherbande, die immer wieder im Rubik’s verkehrt. Dort werden Drogen vercheckt oder die Mädchen als Kuriere benutzt.

Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit Joanna Greenlaw, die zehn Jahre vorher einfach so vom Erdboden verschluckt wurde und nie wieder gefunden wurde. Ein Zeitungsartikel macht die Menschen wieder auf Joanna aufmerksam und auch Aidan Waits kann sich nicht zurückhalten und ermittelt auf eigene Faust in ihre Richtung. 

Unterstützung erhält er seitens der Polizei nicht sehr viel und langsam gerät er immer tiefer in die Kreise der vermeintlichen Verbrechern, sodass er selbst oft nicht mehr genau weiß, zu welcher Gruppe er jetzt eigentlich gehört. Oder liegt es doch an den vielen Drogen und dem Alkohol?

Es scheint, als wäre dieses Werk sprachlich so zu verstehen wie der jeweilige Geisteszustand des Protagonisten. Ist er im Drogenrausch oder Alkoholsumpf, so wird der Text ziemlich wirr und mam muss echt ein paar Mal neu anfangen, um überhaupt mitzukommen. Wenn Aidan Waits dann aber klar denken kann (was erst so richtig gegen Ende des Buches passiert), fällt einem die ganze Story wie Schuppen von den Augen und man hat den kompletten Durchblick. Bis dahin ist es aber eine ziemlich lange Durststrecke, die mit verschiedensten Personen gespickt ist und oftmals für Unklarheit sorgt. Vom Schreibstil her muss ich sagen, dass mir die kurzen Sätze hier ganz gut gefallen haben, einen Anspruch auf das literarische Prädikat ‚wertvoll‘ erhebt der Thriller nur für oben angeführte Sinneszustandsumsetzung.

Das Cover muss auch erwähnt werden, denn der Schnee in Form eines Kreuzes ist erhaben, genauso wie die Buchstaben auch. Leider wurde eine Line Koks mit Linie übersetzt und nicht, wie andere Begriffe aus dem Drogenmilieu, einfach (erklärt) im Englischen beibehalten. 

Buchinfos

Autor: Joseph Knox
Titel: Dreckiger Schnee
Originaltitel: Sirens
Verlag: Knaur Verlag
erschienen: 03.09.2018
Seitenanzahl: 432 Seiten
Aufmachung: Broschur
Genre: Thriller | Spannung
[werbung, da rezension] [vielen dank an lovelybooks für das rezensionsexemplar sowie an den knaur verlag]

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