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Kolumne | Das Geschäft mit den Kindern – Teil 1: Schreibabys

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© Daniela Steinbach | Foto aus Privatbesitz

Auf die Gefahr hinauf, dass ich jetzt von mehreren Seiten böse Blicke (hoffentlich nicht mehr) ernte, muss ich mal meinem Unmut über das titelgebende Sujet zum Ausdruck bringen. Als Mama zweier Burschen kann ich nun ein wenig in meinem Erfahrungskisterl kramen und ziehe ab und zu Anekdoten raus, die echt lustig sind, zum Beispiel, wie viele Sorgen wir uns machten, als Sohn No. 1 einfach nicht aufhörte zu schreien – und das drei Monate lang. Okay, so schlimm war’s auch nicht, denn er war meistens ruhig, wenn andere Personen im Raum waren, die nach einer halben Stunde wieder gingen. „Was hast du denn? Der ist ja eh so brav!“, bekam ich nicht nur einmal zu hören. Ich ging zur Cranio-Sacral-Behandlung, zur privaten Kinderärztin, ließ mich von einem Kassenkinderarzt niedermachen, weil er glaubte, der Mr. Perfect in Sachen Kids zu sein („Ich habe vier Kinder, mir brauchen Sie nichts erzählen“ – aber Hauptsache in der Praxis ordinieren, anstatt zu Hause aufs Baby aufzupassen).

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[Kolumne] Yoga-Nettiquette oder wie man den Stress des Alltags rausschwitzt

„Im Hotroom kann es schon mal eng werden. Seid nett zu einander, mit einem Lächeln auf den Lippen yogelt es sich viel leichter“ liest man auf den Damentoiletten des Yogastudios, das ich seit einigen Wochen wieder stärker frequentiere. Jedes Mal vor Beginn einer Klasse lese ich mir die Infos für die bevorstehenden schweißtreibendsten 90 Minuten des Tages durch und besonders die letzte sticht mir dabei ins Auge. Ich möchte von mir behaupten, eine nette, liebenswürdige Person zu sein. Außerdem bin ich recht höflich und teilweise etwas schüchtern. Vor allem Fremden begegne ich mit einer freundlichen Distanziertheit. Die Yoga-lächel-Regel kommt mir da besonders entgegen, denn so kann ich das auch von anderen erwarten.

Vor einer Woche allerdings musste ich mich fragen, wie zum Guru man es schafft, nett zu bleiben, wenn andere es einfach gar nicht sind. Es kann tatsächlich oftmals (!) sehr sehr eng sein in einem beliebten Yogastudio. Von außen betrachtet, schaut das aus, als yogierten im Hotroom Sardinis. Alle so nah beieinander, dass der eine den Schweiß des anderen nicht nur einatmet sondern auch wieder ausspuckt.