Archiv der Kategorie: Rezensionen I

Rezension | Indriðason, Arnaldur: Tage der Schuld

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Bis jetzt habe ich noch keinen Krimi des isländischen Autors Arnaldur Indriðason gelesen und habe mich deshalb gefreut, dass „Tage der Schuld“ im Jahr 1978 spielt und der schon länger ermittelnde Kriminalbeamte Erlendur grade mal seine Anfangsphase durchlebt. So gesehen habe ich praktisch nichts verpasst und konnte gleich in das Leben des geschiedenen Vaters eintauchen. Eingetaucht ist auch die Leiche eines amerikanisch Rezension | Indriðason, Arnaldur: Tage der Schuld weiterlesen

Rezension | Irving, John: Straße der Wunder

strasse-der-wunderWer hätte das gedacht, dass ich in so kurzer Zeit einen Roman mit knapp 800 Seiten verschlinge, obwohl zu Hause zwei kleine Buben ihr Unwesen treiben. Wäre wahrscheinlich nicht so einfach gewesen, hieße der Autor nicht John Irving. Ich muss zugeben, dass ich von Mal zu Mal ein größerer Fan dieses Schriftstellers werde und bin froh, dass ich schon mehrere Werke gelesen habe, denn sonst hätte ich die Querverweise zu ‚Gottes Werk und Teufels Beitrag‘, ‚Bis ich dich finde‘ oder ‚In einer Person‘ (hier geht’s zur Rezension) nicht erkannt und bemerkt. Für einige mag es eine Wiederholung von schon mehrmals dagewesenen Topoi sein, für andere ein wunderbarer Perspektivenwechsel, der das Spektrum von Irvings Räumen und Zeiten anders beleuchtet.

Die Müllkippenkinder Juan Diego und Lupe bekommen durch Bruder Pepe und Edward Bonshaw eine Chance in einem Zirkus. Weg von der Müllhalde, weg von el jefe, wie die Kinder ihren Leihpapa nennen. Die Mutter der beiden, Esperanza, stirbt, als sie die Gottesmutter mit tiefem Dekolleté putzt, an Todesangst. Und Edward und die transsexuelle Prostituierte Flor werden Ersatzeltern für den zwischenzeitlich geschwisterlosen Juan Diego. Erzählt wird in Rückblenden, die aus Träumen des fast 60-jährigen Schriftstellers und Autodidakten Juan Diego konstruiert werden, während er auf einer Reise Dorothy und Miriam kennen lernt, die ihn bei seiner Viagra-Betablocker-Einnahme ganz schön durcheinander bringen. Auch wenn im Buch selbst öfter wiederholt wird: Das stört nicht, denn jedesmal wird ein wenig anders erzählt, Details kommen hinzu und Hintergründe werden aufgeklärt. Die Perspektiven sind es, die das Buch so besonders machen, auch wenn das Ende vorhersehbar ist. Ein gelungener Roman, der auf keiner Seite langweilig wird, obwohl so viele davon vorhanden sind.

Buchinfos

Autor: John Irving
Titel: Straße der Wunder
Verlag: Diogenes
erschienen: 01.04.2016
ISBN: 978-3-257-06966-2
Seitenanzahl: 784 
Genre: Roman
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Rezension | Irving, John: In einer Person

in einer person
© Diogenes | Buchcover

Jeder, der einmal versucht hat zu erklären, was in John Irvings Büchern >passiert<, ist wohl gescheitert. Das ist Teil ihrer Qualität. (Holger Kreitling / Die Welt, Berlin

Dieses Zitat passt wohl ganz gut zu Irvings Werken und speziell zu diesem. Die Handlung dreht sich um den Protagonisten Bill(y) (William) Abbott (Dean) und dessen Willen zu erfahren, wer er eigentlich ist. Dabei begegnet er einigen Personen, die ihn prägen und macht sehr viele Erfahrungen in sexueller Hinsicht, die er dann in seinen Romanen manifestiert. Rezension | Irving, John: In einer Person weiterlesen