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Rezension | Dangl, Michael: Orangen für Dostojewskij

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Vor einigen Monaten habe ich „Ach, Virginia“ von Michael Kumpfmüller [Link zum Buch bei Kiepenheuer&Witsch] gelesen. In dessen Buch geht es um einen Lebensabschnitt von Virginia Woolf und ich war ein wenig unsicher, was ich von einem Roman über eine Schriftstellerin halten sollte. Genauso einen Fall haben wir hier, mit „Orangen für Dostojewskij“. Tatsächlich gelebte Personen werden hier in einer Art und Weise biographisch in einen Roman eingearbeitet, wobei Zeit und Orte nicht immer bedingt eine wahrheitsgetreue Rolle einnehmen müssen. Ich habe mich zu wenig in die Rezeption eingelesen, aber gehe davon aus, dass es sich bei diesen fiktionalen Biographieromanen um ein relativ neues Genre handeln dürfte. Es ist weder ein historischer Roman, noch reine Fiktion. Auf jeden Fall spannend, sich in die vermeintliche Lebenswelt eines Dostojewskij oder Rossini – der übrigens erst nach fast 100 Seiten auftaucht – einzulesen.

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Rezension Hörbuch | Lundberg, Sofia: Das rote Adressbuch

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Das Leben von Doris Alm könnte aufregender und abwechslungsreicher nicht sein. Wir erfahren von ihrer Kindheit, ihren Arbeitseinsätzen (zuerst bei einer noblen Dame in ihrer Heimat Stockholm, dann als Model in Paris) und auch von ihrer großen Liebe Allan. Diesen verliert die junge Doris aber auch gleich wieder. Erst als ihre Schwester auch nach Paris kommt, erreicht Doris ein alter Brief von Allan. Sofort beschließen die beiden Mädchen, nach Amerika zu reisen. Leider erleben sie dort nicht unbedingt die besten Erfahrungen. Schlussendlich landet Doris im Altersheim in Stockholm, nachdem sie lange Zeit alleine mit Unterstützung von Pflegerinnen in ihrer Wohnung gelebt hatte.

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Rezension | Misik, Robert: Christian Kern

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Im Oktober 2017 wird in Österreich neu gewählt und selbst wenn es Christian Kern mit der SPÖ nicht an die Spitze schafft, so hat Autor Robert Misik doch ein sehr persönliches und einzigartiges politisches Porträt über den derzeitigen Bundeskanzler verfasst.

Christian Kern, ein Arbeiterkind aus Simmering, wie er im Buch bezeichnet wird, war Manager der ÖBB, bevor er auf einmal zum Bundeskanzler wurde. Ein Mann aus der Wirtschaft, mit Wurzeln in der Sozialdemokratie, offen für Neues und sich für den Mittelstand einsetzend, so wird er durchgehend beschrieben. Einen Einblick ins Elternhaus, in die jungen Jahre des Kanzlers und Familienmenschen bekommt man ebenso geliefert wie die Beschreibung, wie Kern eigentlich so ist. Die Darstellungen von Misik sind allesamt nachvollziehbar, manchmal lächelt man über Passagen, anderes bewundert man und ist (positiv) überrascht.

Dieses politische Porträt ist zu einem taktisch klugen Zeitpunkt erschienen, denn so erfährt die Leserin/der Leser, wer hinter der öffentlichen Person Christian Kern steckt. Misiks Schreibstil ist ein sehr lockerer und er versucht, Kern nicht in den Himmel zu loben, was ihm manchmal sichtlich schwer fällt, denn das Porträt ist ein sehr freundliches und positives. Als Freund und (politischer) Berater Kerns kann er vermutlich auch gar nicht anders. Jedenfalls ist es ein interessantes Porträt und keine Biographie, die auch ein politisch uninteressierter Mensch lesen kann, ohne dabei einzuschlafen. Und für die Literaten unter uns dient Misik auch mit Jelinek-Zitaten.

Buchinfos

Autor: Robert Misik
Titel: Christian Kern. Ein politisches Porträt
Verlag: Residenz
erschienen: 18.05.2017
ISBN: 978-3-70173-411-5
Seitenanzahl: 192
Genre: politisches Porträt | biographieähnlich

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Rezension | Trojnar, Heike: Wie ein Esel mit Holz

wie ein esel mit holzDieses Mal wird ein Buch aus einem mir bis zuletzt unbekannten Verlag vorgestellt. Heike Trojnar hat mich schon im April angeschrieben und auf ihren Roman aufmerksam gemacht. Ehrlich gesagt hätte ich ihn wohl sonst nicht entdeckt, deshalb war ich umso glücklicher, als ich ihn in Händen hielt und nun endlich lesen konnte. Wie der Untertitel schon erkennen lässt, handelt es sich um einen Biographischen Roman, der in Griechenland als auch in Deutschland spielt. Die Protagonistin Kyra lebt gemeinsam mit ihrer Familie in einem sehr einfachen Lehmhaus und darf nur zur Schule gehen, wenn es das Wetter erlaubt – sprich, wenn zu Hause keine Arbeit anfällt.