Schlagwort-Archive: Buchrezension

Rezension | Hochgatterer, Paulus: Wildwasser

Wildwasser von Paulus Hochgatterer
© Deutscher Taschenbuchverlag

Den schon 1997 im Zsolnay-Verlag in Wien erschienene Adoleszenzroman „Wildwasser“ habe ich in der 2. Auflage 2011 (Neuausgabe 2009), erschienen im Deutschen Taschenbuchverlag, gelesen. Der Autor Paulus Hochgatterer wurde 1961 in Niederösterreich (Amstetten) geboren und lebt als Schriftsteller und Kinderpsychiater in Wien. Er studierte Medizin und Psychologie.

Auf 128 Seiten verfolgen die Leserinnen und Leser eine innere Fahrt von Jakob Schmalfuß, der auf der Suche nach seinem Vater ist. Der Roman spielt in Ostösterreich und zieht sich von Wien bis in den Eingang des Gesäuses. Rezension | Hochgatterer, Paulus: Wildwasser weiterlesen

Rezension | Dahl, Roald: Matilda

© Penguin Books

Zugegeben, das Buch ist schon richtig alt. 1988 das erste Mal erschienen, aber immer noch aktuell und vor allem lesbar. Zum Autor gibt es nicht sehr viel zu sagen: Der 1916 geborene Roald Dahl verbrachte seine Kindheit in England, mit 26 wanderte er nach Washington, D.C. aus und begann zu schreiben. Erst 1960 (als 44-jähriger Mann) schrieb er erstmals Kinderbücher. Viele seiner Werke wurden verfilmt und sind demnach noch populärer als die Bücher ohnehin schon waren: Charlie und die Schokoladenfabrik und eben Matilda, um nur zwei Beispiele zu nennen. Rezension | Dahl, Roald: Matilda weiterlesen

Rezension | Miedler, Nora: Schatzsuche

Shiti

© Ullstein Buchverlage
© Ullstein Buchverlage

Gleich mal vorweg: man kann das alberne Wort „Shiti“ als Zusammenfassung für diesen Roman durchaus verwenden. Viel zu oft verwendet wird es nämlich auch von der Protagonistin Teddy (eigentlich Thaddäa Kis), die 33jährig immer noch Jungfrau ist und meines Erachtens schon viel zu alt für Empfindungswörter à la „shiti“. Sowas hört man vielleicht im Unkreis von pubertierenden Jugendlichen – hier kommt es einfach nur peinlich rüber. Rezension | Miedler, Nora: Schatzsuche weiterlesen

Was ich gerade lese

Neben meiner täglichen Zeitungslektüre lese ich momentan „Schatzsuche“ von Nora Miedler (zur Homepage der Autorin geht’s hier). Das Buch gewann ich wieder bei vorablesen.de und werde es in den nächsten Tagen rezensieren | zur Rezension. Normalerweise ist dieses Genre (also „Frauenroman“) nicht ganz so mein Fall und bin daher gespannt, wie die Geschichte ausgeht. Gestern ließ ich es unabsichtlich (ehrlich, ich schwöre!) auf den Boden fallen und hoffe, dass dies kein negatives Omen ist.

Rezension | Farquharson, Vanessa: Nackt schlafen ist bio

Vorgeplänkel

Als ich von dem Buch das erste Mal hörte, war ich nicht sonderlich begeistert, es mir zuzulegen, denn was wollte mir die Autorin aus Kanada beibringen, was ich nicht eh schon über ökologischen Lifestyle wusste? Also beließ ich es dabei, um ein paar Jahre später, genauer gesagt dieses Jahr im Februar, nach dem Buch Ausschau zu halten. Klar hätte ich es mir auch einfach über’s Internet bestellen können, doch meine Vorliebe für angreifbare Buchgeschäfte hat mich nach einem vormittäglichen Kinobesuch in eine Filiale der größten Buchhandelskette in Österreich gelotst. Dort angekommen, begab ich mich fälschlicherweise in die Belletristikabteilung, da ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, dass dieses Buch als Sachbuch gehandelt werden würde. Der Mitarbeiter, den ich wegen des Buches befragte, meinte nur, dass er noch nie davon gehört hätte und tippte den Titel in den Computer ein. „Ah, wir haben anscheinend doch sehr viele von den Büchern lagernd. Sie müssen in den ersten Stock“, war sein Kommentar auf den Auswurf in seinem Programm. Rezension | Farquharson, Vanessa: Nackt schlafen ist bio weiterlesen

Rezension | Fitzgerald, F. Scott: Der große Gatsby

Wie bereits in einer Woche für Woche-Glosse angekündigt (–> hier klicken), gibt es nun endlich eine Rezension von F. Scott Fitzgeralds Werk The great Gatsby. Gelesen habe ich das Buch auf Deutsch in einer Übersetzung von Reinhard Kaiser und erschienen ist dieses Exemplar im Insel Verlag 2012.

gatsby
© Insel Verlag | Buchcover

Inhalt und Aufbau

Erzählt wird die Geschichte von einem gewissen Nick Carraway, der sein finanzielles als auch privates Glück in der Nähe von New York City zu suchen scheint. Die Zeit des Jazz und Glamour war in den 1920er Jahren angerückt und so kommt dieser Aspekt auch in der Erzählung nicht zu kurz. Der eigentliche Titelheld, Jay Gatsby, taucht erst später als elementarer Teil in der Story auf und die Liebesgeschichte zwischen ihm und Carraways Cousine Daisy Buchanan entfacht erneut. Alles scheint perfekt, außer die Ehe von Daisy und Tom, der wiederum ein großer Frauenheld ist und mit einer gewissen Myrtle ein Verhältnis pflegt – bis diese tragisch ums Leben kommt.

Diese Ausgabe gliedert sich in neun Kapitel und umfasst 212 Seiten, was für einen Roman dieser Art nicht sehr viel ist, da doch einiges passiert. Umso spannender ist es, Seite für Seite durchzulesen, denn der Stil fesselt einen beim Lesen einfach. Eintauchend in das Leben der 20er Jahre erlebt man Parties von Gatsby, erfährt, wie sehr sich Daisy in ihrer Glanz&Glamour-Welt wohlzufühlen scheint und der Erzähler Nick irgendwie merkt, dass er nicht so ganz in diese Welt hineinpasst…

Fazit und Eigene Meinung

Dieses Buch hat es in sich. Vorher sah ich den Film, der mir persönlich in keinster Weise die Welt von damals näher bringen konnte, doch die literarische Form des Werkes hat mich überzeugt. Viele Unterschiede von Film und Buch anhand der Story lassen sich nicht festmachen, doch die Stimmung ist eine komplett andere. Empfehlenswert ist das Buch allemal, der Film nur für eingefleischte Leonardo DiCaprio-Fans, der seine Rolle als Jay Gatsby wirklich überzeugend spielt.

Langeweile kommt beim Lesen absolut keine auf, was wohl an der Kompaktheit der Erzählung und der Ereignisse liegen dürfte. Nicht umsonst zählt Der große Gatsby als das erfolgreichste Werk Fitzgeralds und sollte nicht ungelesen im Schrank landen.

Buchdetails

Autor: F. Scott Fitzgerald
Titel: Der große Gatsby (Original: The great Gatsby)
erschienen erstmals: 1925 | in meiner Ausgabe: 2012
Verlag: Insel Verlag Berlin
ISBN: 978-3-458-35891-6
Preis: € 8,99 [D], € 9,30 [A]

 

Rezension | Stilton, Geronimo: Mein Name ist Stilton, Geronimo Stilton (Band 1)

Mein Name ist Stilton, Geronimo StiltonVorgeplänkel

Zugegeben, das Buch ist keine Neuerung am Buchmarkt – es wurde bereits 2000 in Italien aufgelegt („Il mio nome è Stilton, Geronimo Stilton“). Als deutschsprachige Ausgabe kam es 2012 beim Rowohlt Taschenbuchverlag heraus, der Übersetzer ist Carsten Jung. Der Name Stilton bezieht sich übrigens auf eine englische Käsesorte (Infos dazu hier). Das Bild links stammt von der Rowohlt-Seite.

Inhalt

Geronimo Stilton ist Chef eines Verlagshauses, welches Bücher und Zeitschriften herausgibt. Seine Einstellung zu Musik und Lifestyle ist etwas verstaubt – er ist praktisch eine graue Maus. Als dann jedoch seine neue, erst 14 Jahre alte Assistentin Pinky Pick zu ihm ins Büro kommt, ändert sich sein Leben grundlegend.

Aufmachung des Buches

Auf 128 Seiten erzählt uns der Protagonist des Buches Geronimo Stilton, was um ihn herum alles passiert. Dabei gibt es bildliche Untermalung auf jeder Doppelseite und manche Wörter werden grafisch umgesetzt. Zuerst hat mich das Buch sehr an das Sprachbastelbuch erinnert, doch leider blieben die Wortspielereien auf einem eher
niedrigen Niveau.

Sprachbastelbuch  © G und G-Verlag
Sprachbastelbuch
© G und G-Verlag

Fazit

Die Idee ist gut, die Umsetzung schlecht. Leider ist die Geschichte rund um den Helden Geronimo Stilton langweilig. Es kommt keine oder nur kaum Spannung auf. Der Protagonist selbst ist nicht die Hauptperson, sondern die junge Assistentin Pinky Pick. Positive Dinge, die ich dem Buch dann doch abverlangen kann: Es ist eine Reihe, die mittlerweile 16 Bände umfasst. Sollte sich ein Kind in den Geschichten wiederfinden, gibt es, zumindest derzeit, Fortsetzungen in relativ kurzem Abstand. Auf der Geronimo-Stilton-World im Internet findet man außer Büchern auch noch Filme und weitere Extras – die Kinder können auch Reporter in Stiltons Welt Mausalia werden oder Malvorlagen ausdrucken. Außerdem kann man die Bücher online lesen und muss nichts zahlen (unverbindliche Preisempfehlung liegt bei € 1,99 in Deutschland, bei € 2,10 in Österreich).

Rund um Stilton gibt es also viele Produkte, die Kindern mit Sicherheit Spaß machen. Wer sich jedoch auf’s Lesen konzentriert, hat von diesen Büchern nicht viel und die veränderten Buchstaben stören teilweise bei der Lektüre des spannungslosen Textes.

Ich bedanke mich bei vorablesen.de für das Leseexemplar.

 

Rezension | Selke, Stefan: Schamland. Die Armut mitten unter uns

Vorgeplänkel

Der Autor, Stefan Selke (1967 geboren), hat sich mit der Armenspeisung in Suppenküchen und Tafeln beschäftigt und gibt im Econ Verlag (Berlin) am 12.4.2013 sein Buch „Schamland“ heraus. Es hat, den Epilog und die Fußnoten mitgerechnet, 288 Seiten. Diese sind von der Druckart her qualitativ hochwertig. Der Einband ist in weiß mit schwarzer Schrift und Orange gehalten.

Inhalt und Aufbau

Das Buch teilt sich in 5 Überkapitel, die da heißen:

http://www.ullsteinbuchverlage.de/media/9783430201520_cover.jpg

I Armut mitten unter uns
II Trostbrot
III Der Chor der Tafelnutzer
IV Zurückbleiben, bitte!
V Nach dem Lob

Außerdem wartet das Buch noch mit einem Prolog, einem Epilog, Danksagung und Anmerkungen auf.

Die Mischung aus Sachbuch und Realitätsbericht von Stefan Selke kommt als 4-teilige Leseprobe zu uns. Im Prolog erzählt der Autor über seine Zugänge zur Armut und stellt sich die Frage, wie Armut im Reichtum bestehen kann.
Im zweiten Kapitel, das sich „Trostbrot“ nennt trifft Selke auf unterschiedliche Leute, die alle eine andere Ausgangsposition für ihre Armut haben. Zum Beispiel ein ein junges Studentenpärchen, das ihr erstes Kind erwartet oder er lernt er ein älteres Ehepaar kennen. Der Mann war früher Handwerker und hatte ein gutes Leben. Auch sie müssen die Tafel in Anspruch nehmen. In einem weiteren Fall geht es um eine erkrankte Frau, die ständig zur Dialyse muss und von ihren Mitmenschen als faul bezeichnet wird. Dann ist sie umgezogen, weil sie es nicht mehr aushielt. Auch sie geht zur Tafel.

Fazit

Ein eindrucksvoll, aber auch sachlich geschilderter Erfahrungsbericht über Menschen, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Mit vielen anonymisierten Aussagen von Betroffenen, die sich als Schattenmenschen sehen. Eine Enttabuisierung – großartig.

Daten zum Buch

Autor: Stefan Selke
Titel: Schamland. Die Armut mitten unter uns
Verlag: Econ Verlag Berlin (Ullstein Buchverlage GmbH)
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN: 978-3-430-20152-0
Preis: € 18,50 (A), € 18,00 (D)
Seitenanzahl: 288

Vielen Dank an vorablesen.de für das Leseexemplar!

Kurzrezension | Anderson, Howard L.: Albert. Ein glorreiches Schnabeltier

Vorfreude ist die schönste FreudeAlbert -  Ein glorreiches Schnabeltier

 Meinen Titel zu dieser Rezension kann man doppeldeutig lesen. Ich hatte mich extrem auf das Leseexemplar von Vorablesen gefreut, da mir die Leseprobe sehr gut gefallen hat und ich gespannt war, wie man solch einen Roman mit „Die Farm der Tiere“ gleichsetzen kann. Doch wie sich auch Albert auf das „alte Australien“ freut, und es dann doch nicht bekommt, so habe ich mich auf einen anspruchsvollen Roman mit vielen Spannungen gefreut, den ich dann auch nicht bekam. Das war eine Loose-loose-Situation. Wenn’s wenigstens dem Albert besser ergangen wäre. Bei mir ist’s nicht so schlimm, wenn ich ein Buch lese, das mir während und nach dem Lesen nicht gefällt, denn es gibt ja noch viel mehr Bücher, die mich dann wieder überzeugen können.

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