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Rezension | Selke, Stefan: Schamland. Die Armut mitten unter uns

Vorgeplänkel

Der Autor, Stefan Selke (1967 geboren), hat sich mit der Armenspeisung in Suppenküchen und Tafeln beschäftigt und gibt im Econ Verlag (Berlin) am 12.4.2013 sein Buch „Schamland“ heraus. Es hat, den Epilog und die Fußnoten mitgerechnet, 288 Seiten. Diese sind von der Druckart her qualitativ hochwertig. Der Einband ist in weiß mit schwarzer Schrift und Orange gehalten.

Inhalt und Aufbau

Das Buch teilt sich in 5 Überkapitel, die da heißen:

http://www.ullsteinbuchverlage.de/media/9783430201520_cover.jpg

I Armut mitten unter uns
II Trostbrot
III Der Chor der Tafelnutzer
IV Zurückbleiben, bitte!
V Nach dem Lob

Außerdem wartet das Buch noch mit einem Prolog, einem Epilog, Danksagung und Anmerkungen auf.

Die Mischung aus Sachbuch und Realitätsbericht von Stefan Selke kommt als 4-teilige Leseprobe zu uns. Im Prolog erzählt der Autor über seine Zugänge zur Armut und stellt sich die Frage, wie Armut im Reichtum bestehen kann.
Im zweiten Kapitel, das sich „Trostbrot“ nennt trifft Selke auf unterschiedliche Leute, die alle eine andere Ausgangsposition für ihre Armut haben. Zum Beispiel ein ein junges Studentenpärchen, das ihr erstes Kind erwartet oder er lernt er ein älteres Ehepaar kennen. Der Mann war früher Handwerker und hatte ein gutes Leben. Auch sie müssen die Tafel in Anspruch nehmen. In einem weiteren Fall geht es um eine erkrankte Frau, die ständig zur Dialyse muss und von ihren Mitmenschen als faul bezeichnet wird. Dann ist sie umgezogen, weil sie es nicht mehr aushielt. Auch sie geht zur Tafel.

Fazit

Ein eindrucksvoll, aber auch sachlich geschilderter Erfahrungsbericht über Menschen, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Mit vielen anonymisierten Aussagen von Betroffenen, die sich als Schattenmenschen sehen. Eine Enttabuisierung – großartig.

Daten zum Buch

Autor: Stefan Selke
Titel: Schamland. Die Armut mitten unter uns
Verlag: Econ Verlag Berlin (Ullstein Buchverlage GmbH)
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN: 978-3-430-20152-0
Preis: € 18,50 (A), € 18,00 (D)
Seitenanzahl: 288

Vielen Dank an vorablesen.de für das Leseexemplar!

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Kurzrezension | Anderson, Howard L.: Albert. Ein glorreiches Schnabeltier

Vorfreude ist die schönste FreudeAlbert -  Ein glorreiches Schnabeltier

 Meinen Titel zu dieser Rezension kann man doppeldeutig lesen. Ich hatte mich extrem auf das Leseexemplar von Vorablesen gefreut, da mir die Leseprobe sehr gut gefallen hat und ich gespannt war, wie man solch einen Roman mit „Die Farm der Tiere“ gleichsetzen kann. Doch wie sich auch Albert auf das „alte Australien“ freut, und es dann doch nicht bekommt, so habe ich mich auf einen anspruchsvollen Roman mit vielen Spannungen gefreut, den ich dann auch nicht bekam. Das war eine Loose-loose-Situation. Wenn’s wenigstens dem Albert besser ergangen wäre. Bei mir ist’s nicht so schlimm, wenn ich ein Buch lese, das mir während und nach dem Lesen nicht gefällt, denn es gibt ja noch viel mehr Bücher, die mich dann wieder überzeugen können.

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