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Rezension | Köhlmeier, Michael: Das Mädchen mit dem Fingerhut

Köhlmeier_25055_MR2.inddIch bin ein Fan von Köhlmeiers Geschichten, egal ob Familienromane oder Nacherzählungen. Dieses Buch hat mich gleich in seinen Bann gezogen, denn schon alleine der Titel und das Cover erinnern an ein bekanntes Märchen von Hans Christian Andersen, nämlich an ‚Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern‘. Zwar muss Yiza, das kleine Mädchen in Köhlmeiers Erzählung, nichts verkaufen, sondern erbettelt sich Nahrung, nachdem es von seinem „Onkel“ verlassen wurde, friert aber auch und muss, so interpretiere ich den Schluss, auch sterben.
Die Sätze sind einfach, aber eindringlich geschrieben, dazwischen immer wieder Absätze, die das Gelesene nochmal überdenken lassen. Und das muss man auch, denn der Autor packt in das relativ kurze Werk viele Probleme und Themen. So findet man das gerade sehr aktuelle Thema ‚Flucht‘, aber auch die Sujets Waisenkinder, Hunger, Kälte, Alleinsein, Helfen, Ausreißen usw. vor. Rezension | Köhlmeier, Michael: Das Mädchen mit dem Fingerhut weiterlesen

Rezension | Wallenka, Tinka: Chroniken eines Pizzalieferanten

chroniken eines pizzalieferanten Ich muss gestehen, dass ich mir etwas anderes erwartet hatte. Auf den 51 Seiten werden dem Leser verschiedenste Erzählstränge präsentiert, die alle zusammen etwas zu dicht gepresst rüberkommen. So konnte ich kaum in die Story eintauchen, die an sich sehr mitreißend wäre.

Den (inneren) Schweinehund namens Edgar – der hat seinen Namen übrigens selbst ausgesucht, ein gescheites Kerlchen 😉 – hätte ich in dieser Form bei der Lektüre nicht vermisst, da kommt einfach zu wenig Lustiges rüber.

Dafür sind die Beschreibungen, was nicht so alles beim Pizza ausliefern passiert, gut gelungen, wenn auch hier wieder zu knapp. Bei einer Geschichte (Kapitel 4 – Die Übergabe) hätte ich mir wirklich ein wenig mehr gewünscht – vielleicht eine Art Krimihandlung? – dafür weniger Erklärungen von Jill, der Chefin von Micha. Für mich klang es so, als würde Jill zu ihrem Sohn sprechen und nicht zu ihrem Verehrer. Eben zwischen Jill und Micha scheint sich etwas anzubahnen und der Dritte im Bunde, Tom, funkt dazwischen…

Die Autorin Tinka Wallenka hat sich wohl Gedanken gemacht, denn der Schluss ist überzeugend. Bei der Wortwahl merkte ich, dass die Autorin noch nicht allzu lange im Geschäft ist, da sie alle Sätze grammatikalisch richtig und abwechslungsreich gestalten möchte, was nicht immer – ohne holprig zu wirken – gelingt.

Alles in Allem bin ich aber von der Geschichte äußerst überzeugt und werde der Entwicklung der interessanten Autorin weiterhin folgen!

Vielen Dank an Tinka Wallenka für dieses Exemplar, welches ich bei der Buchverlosung auf LovelyBooks gewonnen habe!

Buchdetails
Autorin: Tinka Wallenka
Titel: Chroniken eines Pizzalieferanten
Verlag: Titus Verlag
erschienen: 2014
Seitenanzahl: 51
ISBN: 978-3-944935-05-8
Preis: € 5,90