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Rezension | Köhlmeier, Michael: Das Mädchen mit dem Fingerhut

Köhlmeier_25055_MR2.inddIch bin ein Fan von Köhlmeiers Geschichten, egal ob Familienromane oder Nacherzählungen. Dieses Buch hat mich gleich in seinen Bann gezogen, denn schon alleine der Titel und das Cover erinnern an ein bekanntes Märchen von Hans Christian Andersen, nämlich an ‚Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern‘. Zwar muss Yiza, das kleine Mädchen in Köhlmeiers Erzählung, nichts verkaufen, sondern erbettelt sich Nahrung, nachdem es von seinem „Onkel“ verlassen wurde, friert aber auch und muss, so interpretiere ich den Schluss, auch sterben.
Die Sätze sind einfach, aber eindringlich geschrieben, dazwischen immer wieder Absätze, die das Gelesene nochmal überdenken lassen. Und das muss man auch, denn der Autor packt in das relativ kurze Werk viele Probleme und Themen. So findet man das gerade sehr aktuelle Thema ‚Flucht‘, aber auch die Sujets Waisenkinder, Hunger, Kälte, Alleinsein, Helfen, Ausreißen usw. vor. Rezension | Köhlmeier, Michael: Das Mädchen mit dem Fingerhut weiterlesen

Rezension | McPartlin, Anna: Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Die letzten Tage von Rabbit HayesGleich vorweg: Für zarte Gemüter, die nicht gerne weinen, ist das nichts. Definitiv. Aber wenn man so richtig mit einem Roman und den Protagonisten mitgehen möchte, dann ist dieser genau richtig. Eine kleine Anmerkung am Rande: Auf dem von mir fotografierten Buchcover steht „Unverkläufliches Leseexemplar“ drauf, da ich es vom Rowohlt-Verlag zugeschickt bekommen habe. Und nun meine Rezension:

Rabbit Hayes‘ Brustkrebs ist wieder da und streut nun auch in die Knochen. Sie wird von ihrer Mutter ins Hospiz gebracht und dort hat sie nur noch einige Tage zu leben. Die gesamte Familie bekommt Platz zu sprechen und die einzelnen Kapitel sind immer aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Besonders schlimm wird es, wenn von Rabbits Tochter Juliet berichtet wird, denn die 12-jährige will und kann es verständlicherweise nicht begreifen, dass ihre Mama unheilbar krank ist und bald nicht mehr bei ihr sein wird. Streitigkeiten unter der Familie, wer sich dann um Juliet kümmern soll, sind total plausibel und gehen nahe. Ein weiterer wichtiger Erzählstrang betrifft die Kindheit und Jugend von Rabbit, die eigentlich Mia heißt, die die ganze Zeit über von Johnny begleitet wird. Auch er musste früh gehen, da er an Multipler Sklerose erkrankt war.  Rabbit denkt noch viel an ihre große Liebe und in ihren Träumen begegnen sie sich oft.

Wenn die Tagik im Buch nicht vorherrschen würde, könnte man es ungefähr so einstufen: Wunderbar leichtes Buch mit gut ausgearbeiteten Charakteren und nachvollziehbarem Verlauf. Bezieht man das eigentliche Thema, nämlich das baldige Sterben einer 42-jährigen Frau, mit ein, dann wird es traurig, unendlich traurig, regt zum Nachdenken an und lässt neue Tränenflüssigkeit in den vielleicht schon eingetrockneten Tränensäcken entstehen.

Buchinfo:
Autorin: Anna McPartlin
Buchtitel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Verlag: Rowohlt TB
erschienen: März 2015
ISBN: 978-3-499-26922-6
Seitenanzahl: 464 Seiten
Genre: Roman