Rezension | Astley, Judy: Schuld war nur der Mistelzweig

schuld_war_nur_der_mistelzweigDa ich Bücher aus dem Kiwi-Verlag sehr gerne mag und auch ab und zu romantische Frauenromane schätze, freue ich mich auf dieses Buch. Es ist zwar schon sehr weihnachtlich angehaucht, aber war trotzdem jetzt schon gut zu lesen. Der Einband passt auch wunderbar zum Buchinhalt und deshalb braucht man nicht mal ein Geschenkspapier, wenn man es unter den Christbaum legen möchte.
Der Inhalt des Buches befasst sich mit einer Familienfeier in Cornwall, die nicht ganz so geplant war. Die Protagonistin Thea ist als einziges Mitglied der Familie Single, ihre Eltern Anna und Mike wollen sich scheiden lassen und bei Emily und Sam mit den beiden Kindern hängt der Haussegen schon länger schief. Jimie und Rosy mit deren Sohn Elmo runden das Familienpaket ab. Doch dann tauchen auch noch die neuen Partner bzw. Liebschaften der Eltern auf. Und dann ist da noch Sean, von dem Thea denkt, er sei schwul, obwohl er ihr ständig Avancen macht.

Der Schreibstil ist locker-flockig (auch dieser Ausdruck kommt mal im Buch vor) und die Story durchsichtig, sodass man schnell vorankommt. Bei einer guten Tasse Tee und einer Portion Ruhe genießt man den Roman am besten. Was mich ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass Thea so felsenfest von der Homosexualität Seans überzeugt ist, dass es schon fast schmerzt und umgekehrt, dass sich Sean nie fragt, warum Thea dauernd Anspielungen auf Paul macht. Ansonsten aber glaubwürdig und sehr romantisch. Freue mich auf den nächsten Teil 🙂

Buchinfos

Autorin: Judy Astley
Buchtitel: Schuld war nur der Mistelzweig
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
erschienen: 13.10.2016
Seitenanzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-462-04867-4
Genre: Frauenroman | Romantik | Weihnachtsgeschichte
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vor Ort kaufen zum Beispiel hier: Seeseiten, Hartliebs

Rezension | Guskin, Sharon: Noah will nach Hause

noah_will_nach_hauseAls ich das erste Kapitel gelesen hatte, war ich total vom Schreibstil der Autorin Sharon Guskin überzeugt und konnte es kaum erwarten, weiterzulesen. Die Thematik der Wiedergeburt bzw. auch der Glaube daran, sich an sein früheres Leben erinnern zu können, fasziniert mich schon länger, da ich auch im Bekanntenkreis von solch einem Phänomen hörte.

Der kleine Noah im Buch hat ebenso eine wissentliche Vergangenheit und will zu seiner Mama nach Hause, was für seine jetzige Mutter (Mommy-Mum) Janie schier unerträglich ist. Dutzende Psychiater musste der Vierjährige schon kennen lernen und nun kommt Noahs Mutter auch noch mit Dr. Anderson daher, der sich mit Fällen von Wiedergeburt beschäftigt. Der Weg des kleinen Noah ist so spannend beschrieben, dass ich das Buch gegen Ende hin nicht mehr aus der Hand legen wollte. Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat und meinen Lesefluss gehemmt hat, waren die in kursiv gehaltenen Passagen, in denen von anderen Fällen berichtet wurde. Das hätte ich mir eventuell am Ende des Buches vorstellen können.

Sonst wirklich gut zu lesen. Das Cover ist sehr schön detailreich gemacht, auch wenn nur ein Haus, der Mond und die Sterne zu sehen sind. Es erinnert ein wenig an ein Jugendbuch, ist dann aber doch für Erwachsene.

Buchdetails

Autorin: Sharon Guskin
Titel: Noah will nach Hause
Verlag: Allegria
erschienen: 22.09.2016
Seitenanzahl: 432 Seiten
ISBN: 9783793423065
Genre: Spiritueller Roman 
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Rezension | Milchman, Jenny: Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken

night_fallsDiesen Thriller habe ich bei vorablesen.de gewonnen und muss sagen, dass er meine Erwartungen erfüllt hat. Nach der Leseprobe, die mich schon überzeugt hatte, warteten noch viele Seiten auf mich, die aber sehr schnell verschlungen waren. Ein Thriller, welcher typischer nicht sein kann, denn es geht um eine Familie, die ganz einsam und verlassen in einem Luxushaus in den Bergen wohnt – Vater, Mutter, Kind. Alles eitle Wonne. Und dann gibt’s noch die Gefängnisinsassen, die ausreißen und einen SUV schnappen. Natürlich müssen die Ex-Häftlinge zu diesem einsamen Haus kommen, doch wer sind diese Männer? Was verheimlicht Sandy, die Mutter von Ivy? Irgendein Geheimnis muss sie haben, denkt Ivy. Neben dem gegenwärtigen Erzählstrang, der auch andere Blickwinkel beleuchtet und sogar zweimal auf die Sicht und Geschichte des Familienhundes lenkt, gibt es noch die Kindheit und Jugend von Nick, dem Knacki, der mit seinem ‚Freund‘ Harlan (der ein Riese ist) die Gegend unsicher macht.

Auf 480 Seiten kamen mir kaum Textpassagen unter, die ich komisch fand. Die Übersetzung aus dem Englischen kam eigentlich nie gekünstelt rüber, außer auf der vorletzten Seite. Da musste ich so lachen, weil ich nicht glaube, dass solch einen Satz jemand auf Deutsch sagt: „[Du bist] So stark, so unglaublich stark und so gutherzig und integer. […]“ Irre ich mich oder gibt es wirklich Menschen, die sagen: „Du bist integer.“? Falls jemand eine Antwort drauf hat, es ähnlich sieht oder ganz differenziert, dann bitte einen Kommentar hinterlassen! Vielleicht gewinnst du dann ja das Buch 😉

Ein Thriller, wie er im Buche steht, vielleicht ein bisschen zu durchsichtig, aber das hat mich in diesem Fall nicht sehr genervt, da ich an keiner Stelle den Eindruck hatte, dass das Werk langatmig werden könnte. Das Ende war ein wenig skurril, aber nicht wie andere Thriller nochmal so angsteinflößend, dass man sich wünschte, es käme noch eine Seite, die das aufklärt. Wirklich gut gelungen!

Über die Autorin schreibe ich jetzt einfach mal den Klappentext ab: Jenny Milchman lebt mit ihrer Familie im Staat New York. Wenn sie nicht selbst schreibt, vermittelt sie anderen Autoren die Kunst des Thrillerschreibens.

Buchinfos

Autorin: Jenny Milchman
Titel: Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken
Verlag: Ullstein
erscheint: 15.07.2016
ISBN: 9783548287553
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Thriller
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Rezension | Balàka, Bettina: Die Prinzessin von Arborio

die_prinzessin_von_arborioVielen Dank zuerst mal an vorablesen.de und den Haymon-Verlag für dieses tolle Leseexemplar. Schon alleine die Leseprobe hat mich zum Lachen gebracht und ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte der Elisabetta Zorzi, von allen nur ‚Zorzi‘ genannt, weitergeht. Doch zu Beginn weiß man nur, dass die Zorzi gerne mordet, und zwar ihre Liebhaber. In einer Art und Weise, dass man – vor allem der Kriminalpsychologe Körber – es schwer hat, ihr einen Mord anzuhängen. Denn Elisabetta ist nicht nur hübsch und liebenswürdig, sondern beherrscht die Kunst der Aussage perfekt und verstrickt sich somit nicht in Lügengeschichten, denn ihrer Ansicht nach ist sie sowieso im Recht …

Ein Unfall in den Bergen, der andere auf einer Yacht und schließlich Überanstrengung beim Radfahren – alles Zufall? Oder hat Zorzi doch ihre Finger im Spiel? Der Kriminalpsychologe Arnold Körber verliebt sich noch dazu in die vermeintliche Verbrecherin. Der Titel rührt übrigens von einer italienischen Spezialität, nämlich dem Risotto. Arborio ist eine Reisart und Elisabetta hat den Titel „Prinzessin von Arborio“ deshalb erhalten, weil der Küchenchef (der übrigens auch in die Zorzi verliebt ist) ihres eigenen Restaurants, der Cantinetta Zorzi, jede Woche neue Risotto-Kreationen auf den Tisch der Gäste zaubert.

Der Erzählstil und die Perspektive wechseln bei Balàkas Roman etwas. So wird mal Elisabetta genauer beleuchtet, dann wieder Körber und schließlich ein Blick von außen. Die Zeitebenen verweben sich ineinander, sodass am Anfang nicht ganz klar ist, wo wir uns befinden, doch das wird schnell durchsichtig. Die Sprache ist klar und die Sätze sind eher einfach gestaltet. MIt dem Lesefluss hat man hier keine Probleme und kommt auch sehr schnell voran, vor allem deshalb, weil man doch endlich wissen will, wie es mit Elisabetta Zorzi weitergeht. Das Ende ist so schnell da, wie die Morde (oder Unfälle?) passiert sind und man wünscht sich, dass es noch weitergeht. Aber bekanntlich hat ja alles ein Ende …

Buchinfos
Autorin: Bettina Balàka
Titel: Die Prinzessin von Arborio
Verlag: Haymon
erschienen: März 2016
ISBN: 978-3-7099-7239-7
Seitenanzahl: 264 Seiten
Genre: Roman | Krimi | Liebesgeschichte
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Rezension | Anwander&Vierich: Praterglück

praterglückDie Story fand ich super, gleich mal vorweg. Die verschiedenen Medien, über die die Kommunikation stattfand, ebenfalls. Wofür ich einen Abzug geben würde, war doch die teilweise sehr vulgäre Sprache und die Frage, ob Balthasar (also der Wiener) wirklich so intelligent ist, dass er in allen seinen E-Mails und Post-its usw. ein dermaßen korrektes Deutsch an den Tag legt, dass selbst eine Gymnasiastin vielleicht das ein oder andere Mal ein Wort falsch geschrieben hätte. Gut, aber das wird vielleicht sogar von den Autoren diskutiert worden sein. Sei’s drum.

Der Inhalt

Balthasar, ein 50-jähriger Wiener und Paul, der 45-jährige (+/-) Berliner sind Brüder. Also sie haben die gleiche Mutter, kennen sich aber nicht wirklich. Ihre gemeinsame Tante möchte, dass sie zusammen den Würstelstand ‚Praterglück‘ betreiben und ihr jeweils die Hälfte des Gewinnes (nicht des Umsatzes, wie Balthasar immer wieder sagt) zukommen lassen müssen. Eines Abends kommt es vor der Institution zu einem Unglück: Ein Mann wird durch einen Bauchstich getötet und natürlich konzentriert sich die Ermittlungsarbeit auf die beiden ungleichen Brüder. Diese haben mit dem Anschlag vermutlich nichts zu tun, doch sie überlegen indes, wie sie ihre Tante aus dem Weg schaffen können, um endlich frei und selbständig sein zu können.

Der Schreibstil ist, wie ich schon kurz erwähnt habe, teilweise etwas derb und unter der Gürtellinie. Aber das mag vielleicht auch dran liegen, dass Balthasar ein typischer Wiener mittleren Alters ist. Und so, wie er beschrieben wird, könnte das dann doch auf einige in dieser Stadt treffen 😉 Paul, der Studienabbrecher, ist da schon etwas gewählter in seiner Ausdrucksweise, wirkt aber des öfteren mal belehrend. Auch typisch für Berliner? Wahrscheinlich. Denn dieses Buch schafft es, mit Vorurteilen und Schubladisierungen zu unterhalten. Die Putzfrau Andjelina kommt aus Transnistrien, wäre aber als Prostituierte vorgesehen gewesen; die nächste Putzfrau ist Aische (türkischer Abstammung); Balthasar war früher mal Bodybuilder; …

Insgesamt kann man sagen, dass das Buch echt witzig zu lesen ist und man es ob des Stils schnell durch hat. Manchmal werden nämlich nur kurze SMS oder Post-Its abgedruckt, die längeren Passagen werden vornehmlich im E-Mail-Stil wiedergegeben.

Ich kann das Buch empfehlen – egal ob Wienern oder Berlinern 😉

Buchdetails

Autoren: Berndt Anwander und Thomas A. Vierich
Buchtitel: Praterglück. Eine Krimi-Groteske
Verlag: Atlantik
Erscheinungsjahr: 2015, Hamburg
Seitenanzahl: 160
ISBN: 978-3-455-65021-1
Preis:  (D) € 9,99

Rezension | Gerður Kristný: Die grüne Bluse meiner Schwester

Die grüne Bluse meiner Schwester - Gerður Kristný

© List Verlag | Buchcover

Der Roman, welcher in Island und die meiste Zeit davon in der Hauptstadt Reykjavík spielt,  ist im Original schon etwas älter. Bátur með segli og allt, so der isländische Titel, erschien bereits 2004, bekam den Halldór Laxness-Preis dafür und wurde nun von Tina Flecken ins Deutsche übersetzt. 304 Seiten stark ist die Geschichte rund um Frida, deren Vater verstarb und auf dessen Begräbnis eine Geburtstagstorte für den 6-jährigen Aron aufgetischt wird. Solche und ähnliche mehr oder minder lustige Szenen finden sich in dem auf 36 Kapiteln aufgeteilten Werk. Weiterlesen

[47.13] Woche für Woche-Glosse

Dieses Wochenende (also von Donnerstag, 21.11.2013 bis Sonntag, 24.11.2013) geht die Buchmesse in Wien über die Bühne. Ich war am Donnerstag dort und konnte mich nicht sehr gut bewegen, denn zum einen war ich mit dem Kinderwagen unterwegs, was die Fortbewegung schon etwas einschränkt und zum anderen überrollten Schulklassen die Halle D der Messe Wien. Nicht einmal wurde der Kinderwagen angerempelt – aber mein Kleiner hat es gut überstanden und wurde nicht mal munter. Sehr lobenswert ist der Wickelraum, wo ich dann auch gleich mal gestillt habe. Sitzmöglichkeiten gibt es auf der Buchmesse aber auch genug. So finden sich in einigen Nischen Sessel oder platzt sich bei Lesungen auf einen der Stühle. Weiterlesen

[35.13] Woche für Woche-Glosse

Wie vorangekündigt, wird es heute eine kleine Übersicht über noch offene Bücher in meinem Schrank beziehungsweise noch nicht gekaufte / zugestellte Bücher geben. Beginnen möchte ich gleich mal mit einem, welches ich garantiert kommende Woche lesen möchte und eine Rezension abgeben will:

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[33.13] Woche für Woche-Glosse

Diese Woche halte ich mich sehr kurz: Ich habe wieder ein Buch von Vorablesen zum Rezensieren gewonnen. Es handelt sich um „Fuck you, Kita!“ von Anna und Daniel Wiedemann. Ich bin schon sehr gespannt, wie dieses vom Ullstein-Verlag als Sachbuch titulierte Werk zu lesen ist. Hier schon mal ein Bild vom Cover:

Fuck you, Kita!

© Ullstein Buchverlage | Buchcover

Des weiteren erscheint am 11. September 2013 ein neues Sachbuch aus der Reihe „Das ….-Projekt“ von Autorin Alexandra Reinwarth in der Münchner Verlagsgruppe. Es heißt Das „Sinn des Lebens“-Projekt und besteht aus 208 Seiten. Auf Buchwelt.co.at wird es eine Rezension darüber geben – also gespannt darauf sein – ich bin es schon.
Ein Bild darf natürlich auch nicht fehlen:

das sinn des lebens projekt

© MVG | Buchcover

 

Das war’s auch schon wieder für diese Woche. In Kalenderwoche 34.13 gibt’s wieder zwei Kinderbuchrezensionen sowie die Rezension zu heutigem erstgenannten Buch.

Bis dahin alles Liebe und noch einen schönen Sonntag,

die Glossentante 🙂

Rezension | Miller, Andrew: Friedhof der Unschuldigen

© Zsolnay Verlag | Buchcover

© Zsolnay Verlag | Buchcover

Erschienen ist das Buch am 29. Juli 2013, also noch fast druckfrisch halte ich es in meinen Händen. Auf 384 Seiten wird die Geschichte des Ingenieurs Jean-Baptiste Baratte erzählt und die LeserInnen können ihm ein ganzes Jahr lang bei seiner Arbeit zusehen. Diese besteht darin, den Friedhof der Unschuldigen samt dazugehörige Kirche abzutragen, da der Gestank die Bevölkerung langsam aufzufressen scheint. Die Szenerie spielt sich dabei kurz vor der Franösischen Revolution ab und Männer tragen noch Perücke, obwohl es langsam in Mode kommt, das eigene Haar zu zeigen.

Andrew Miller, 1960 in Bristol geboren, lebt in Somerset und hat diesen Roman bereits im Jahr 2011 unter dem Originaltitel Pure bei Sceptre, London, herausgebracht. Die Titelbilder unterscheiden sich ausnahmsweise mal nicht sehr stark voneinander, obwohl verschiedene Verlage und Sprachen im Spiel sind. So ist in der englischsprachigen Ausgabe das Gewand des Mannes blau-gelb gehalten und in der vorliegenden Ausgabe grün-gold. Die Seitenanzahl ist in der englischen Version auch etwas geringer: Diese zählt 352.

Aufbau und Inhalt

Der Roman ist in vier Teile gegliedert, wobei jedem Teil ein Sprichwort zugewiesen wird. Teil 1 besteht aus Weiterlesen